Die Modewelt hat Couture schon immer dafür gefeiert, dass sie schockieren kann. Doch was wäre, wenn Mode nicht nur durch ihren Look überraschte, sondern auch durch das, woraus sie besteht? Genau mit dieser Frage beschäftigt sich das Atelier von Dasha Tsapenko. Ihr fortlaufendes Projekt MYC_Couture basiert auf der Idee: Anstatt Kleidung herzustellen, lässt sie Kleidung wachsen.
Tsapenko hat bereits Kleidungsstücke aus Pilzen, Hanf und Flachs geschaffen – lebendige Kollaborationen zwischen der Designerin und Organismen. Die daraus entstandenen Mäntel und Kleider wirken dramatisch und skulptural: Sie sehen aus wie echte Couture-Fantasien, doch gerade ihre biologische Beschaffenheit macht sie neuartig. Die Kleidungsstücke wachsen nach, zerfallen und kehren schließlich zur Erde zurück. Tsapenko hat damit das Konzept des „Bioluxus“ eingeführt, ein Modell, das Wandel und Vergänglichkeit akzeptiert, anstatt sich dagegen zu stemmen.
„Texturen und Materialien werden nicht produziert; sie wachsen.“
Dasha Tsapenko
Diese Vision ist weder ein Gimmick noch ein bloßes Experiment. MYC_Couture versteht, dass der Wandel vom Verständnis von Kleidungsstücken als statische Objekte hin zu Kleidung als Teil ökologischer Kreisläufe nicht bedeutet, am Alten festzuhalten, sondern darin besteht, Wandel, Wachstum und Rückkehr zu feiern.
MYC_Couture ist längst bei Veranstaltungen wie der Dutch Design Week, der Copenhagen Fashion Week und nun auch auf der Munich Fabric Start vertreten – zu finden im Ausstellungsbereich SUSTAINABLE INNOVATIONS. Dort möchte Dasha Tsapenko eine Diskussion darüber anregen, wie Mode und Ökologie neu miteinander verbunden werden können. Ihre Botschaft ist zugleich einfach und radikal: Nachhaltigkeit lässt sich nicht allein durch Effizienzsteigerungen erreichen.
H2 | SI
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