Ein Mensch geht auf die Jagd – und kehrt mit einem Sack voll Plastik zurück. Dieses Szenario, das Jeannette Lili Weiss mit ihrem Projekt „Foreign Foraging“ entwirft, ist nicht so weit von der Realität entfernt. 2050 könnte der Plastikmüll im Meer mehr wiegen als alle Fischschwärme zusammengenommen, warnten die Autoren einer Studie der Ellen MacArthur Foundation bereits vor drei Jahren. Mit „Foreign Foraging“ thematisiert die Künstlerin und Designerin auf poetische Weise die komplexe Problematik von Knappheit und Überfluss in Zeiten des Klimawandels.

Ich nutze die Poesie und Design um Umweltprobleme anzusprechen. Ich hoffe, auf diese Weise Menschen auf emotionaler Ebene zu erreichen und sie zum Nachdenken anzuregen.“ Jeannette Lili Weiss, Künstlerin und Designerin

Zwei Webteppiche aus recycelten Fischernetzen und Plastikelementen aus dem Meer werden von einem Gedicht begleitet, das die Geschichte einer Transformation erzählt: Während Ressourcen knapper werden und das Leben vieler Tiere bedroht ist, ist Kunststoff in rauen Mengen vorhanden. Der Ozean wandelt sich von einer Nahrungs- zur Materialquelle und stellt den Menschen vor die Frage: Was kann in dieser zunehmend vom Menschen geschaffenen Natur noch erjagt werden? Die Antwort von Weiss ist optisch ansprechend wie erschreckend.

As I take what I find, I work with what the sea spits out. I collect traces of humankind.
(Auszug aus dem Gedicht „I am a forager“)