Fast die Hälfte der Einzelhändler wollen in den nächsten zwei Jahren Nachhaltigkeitsinitiativen einführen, um die Nachfrage der Verbraucher nach nachhaltigen Produkten zu decken – aber welche nachhaltigen Initiativen schätzen die Verbraucher? Derzeit erleben wir, wie Modemarken und Einzelhändler darum wetteifern, immer nachhaltiger zu werden. Der Hauptgrund für diese Veränderung ist der informierte und bewusste Verbraucher. Um diese Kunden erfolgreich ansprechen zu können, müssen Marken und Einzelhändler verstehen, welche nachhaltigen Initiativen für ihre gegenwärtigen und zukünftigen Konsumenten unerlässlich sind.

Maker/Sights, eine Plattform für Produktentscheidungen im Einzelhandel, hat kürzlich ihre Ergebnisse über die Diskrepanz zwischen dem, was Marken denken, was Verbraucher wollen und was diese wirklich schätzen, vorgestellt. Maker/Sight konzentrierte sich auf Nachhaltigkeit im Einzelhandel und in der Produktgestaltung und stellte fest, dass 73% der Verbraucher lieber von umweltfreundlichen Marken kaufen.

“Wenn Konsumenten an nachhaltige Kleidung denken, haben die Materialien höchste Priorität. Für die Verbraucher sind recycelte Materialien am wichtigsten, gefolgt von nachhaltigen Materialien und solchen aus ethischer Beschaffung. Die Konsumenten betrachten emissionsarme Transporte, Rückkaufprogramme für Kleidung und vegane Materialien als die unwichtigsten nachhaltigen Initiativen”, so Maker/Sights.

Wenn wir uns die Zahlen ansehen, ergibt die Umfrage, dass die Konsumenten bereit sind, mehr für nachhaltige Kleidung auszugeben, aber nicht wesentlich mehr. 53,5% der Verbraucher würden 10% mehr für nachhaltige Kleidung ausgeben. 27% der Konsumenten sind bereit, eine Preiserhöhung von über 25 Prozent für Produkte zu akzeptieren, wenn diese nachhaltig sind. Und 6,3% sind sogar bereit, signifikante 50% mehr für nachhaltige Produkte zu zahlen. Diese Zahlen sind ermutigend. Es zeigt, dass Modeunternehmen, wenn sie in die Nachhaltigkeit investieren, theoretisch ihre Attraktivität für die Verbraucher erhöhen könnten.

Wenn es um die Bedeutung von Rückkaufprogrammen für Kleidung geht, erklärte MakerSights: Die Silent Generation ist am wenigsten bereit, mehr Geld für nachhaltige Kleidung auszugeben. 35% gaben an, nicht mehr als für ein ähnliches, nicht nachhaltiges Produkt zahlen zu wollen. 65% der Silent Generation ist bereit, mindestens 10% mehr zu zahlen, aber keiner von ihnen ist bereit, über 50% mehr zu zahlen.

EIN BLICK AUF DAS, WAS WIRKLICH ZÄHLT

Es ist wichtig, dass Corporate Social Responsiblity (CSR) durch selbstregulierte Richtlinien gesteuert wird. CSR ist in aller Munde – dennoch schreitet die Veränderung nur langsam voran. Forscher fanden heraus, dass GenZ und Baby Boomers Corporate Social Responsibility Programme am meisten schätzen. Millennials, GenX und die Silent Generation schätzen CSR viel weniger.
Maker/Sights stellte außerdem fest, dass die Mehrheit der Generationsgruppen der Meinung ist, dass die Herstellung von Kleidung aus recycelten Materialien die wichtigste Nachhaltigkeitsinitiative darstellt, mit Ausnahme von GenZ. Diese legt in Bezug auf die Materialien der Kleidung vor allem Wert auf ethische Beschaffung – 126% mehr als die Silent Generation.

Forscher von Maker/Sights erläutern: „Im Vergleich zu GenZ betrachtet die Silent Generation recycelte Materialen als 66% wichtiger”. Darüber hinaus werde ab der GenZ die Bedeutung recycelter Materialien mit jeder Generation größer. „Baby Boomer und GenX sind in ihrer Wertschätzung für recycelte Materialien fast gleichauf, wobei es nochmal 5% mehr Baby Boomer als wichtigste Nachhaltigkeitsinitiative bewerten.”

Maker/Sights berichtet, dass GenX sich bei nachhaltigen Materialien am meisten für eine nachhaltige Materialproduktion interessiert. „Andere Generationen, einschließlich der Millennials, schätzen nachhaltige Materialien nicht so sehr wie GenX. GenZ schätzt nachhaltige Materialien zu 85% mehr als die Silent Generation”, erklärt Maker/Sights. Obwohl GenX und GenZ ein sehr ähnliches Verständnis von nachhaltiger Produktion haben, legt GenZ zu 105% mehr Wert auf nachhaltige Produktion als Millennials und zu 110% mehr als die Silent Generation.

WELCHE NACHHALTIGEN INITIATIVEN SCHÄTZEN DIE VERBRAUCHER ALSO?
MakerSights kam zu dem Schluss, dass 73% der Verbraucher lieber Produkte einer umweltfreundlichen Marke kaufen. 80% der Einzelhändler gaben an, dass der Grund für ihre nachhaltigen Initiativen eine „positivere Wahrnehmung unseres Unternehmens durch die Verbraucher” ist.

Ein Beitrag von Muchaneta Kapfunde, CEO von FASHNERD.COM