SISAL IS MORE THAN A ROPE

Das unentdeckte Potential der natürlichen Faser Sisal

Von der Fußmatte im Hauseingang über den Kratzbaum für die Katze bis hin zur Kordel für Gartenarbeiten – Sisalfasern sind im Alltag allgegenwärtig. Der Produktionsmenge nach ist sie weltweit die fünftwichtigste Faserpflanze, dennoch bleibt Sisal als Textil nahezu ungenutzt. Zu kratzig und haarig mutet das Material aus den Blättern der Agave an. Isabella Monaco hat es sich zum Ziel gesetzt, der unterschätzten Faser zu neuem Ruhm zu verhelfen und sie aus dem Schatten ihres wenig glamourösen Daseins zu holen. Damit möchte sie nicht nur das ungenutzte Potenzial ausschöpfen, sondern auch eine Alternative zu umweltschädlichen, synthetischen Stoffen schaffen.

„Wir lassen zu, dass synthetische Materialien die natürlichen in den Schatten stellen. Das ist einer der größten Fehler, den wir als Designer machen können. Wenn wir Objekte erschaffen, müssen wir moralische Überlegungen miteinbeziehen.“ Isabella Monaco, Designerin

Reißfest, biologisch abbaubar und nicht anfällig für Schimmelpilze bringt Sisal eine Vielzahl an attraktiven Eigenschaften mit sich. Monaco experimentierte mit Wasserstoffperoxid und Natriumbikarbonat, um das Material geschmeidiger zu machen und dennoch dessen Robustheit zu bewahren. Als unerwarteter Nebeneffekt dieser „Cotonization“, wie sie den Prozess taufte, wurden die Fäden heller. Dadurch zeigte auch das anschließende Färben mit natürlichen Pigmenten eine schnelle Wirkung. Zartes Rosa, leuchtendes Türkis und Akzente in einem dezenten Hellgelb geben der Sisalfaser einen neuen Anstrich. Die Sisalfasern werden schließlich mit nachhaltig produzierten Baumwollfäden kombiniert. Gewebt in einer traditionellen japanischen Technik, beweist Monaco einmal mehr, dass die Natur noch viele Überraschungen bereithält:
Sisal, More than a Rope.