Sustainable Innovations
Pre-Loved von Sarmite Polakova
Pre-Loved von Sarmite Polakova
Aus Alt mach Neu: Die Material- und Produktdesignerin Sarmite Polakova und die Designerin Mara Maizele haben mit ihrem Biotextil Pre-Loved ein völlig neues Textilkonzept erschaffen. Pre-Loved besteht aus gebrauchten Textilabfällen und natürlichen Bindemitteln. Die Designerinnen möchten mit dem Produkt das traditionelle Konzept von Stoffen infrage stellen und die Perspektive auf recycelte Mischfasern verschieben. Shoddy nennt sich das Material, das aus unverkäuflichen und nicht mehr tragbaren Kleidungsstücken hergestellt wird. Baumwolle, Polyester und Wolle: Shoddy besteht aus einer Vielzahl von Fasertypen, die in dem Recyclingprozess zu einer einzigen Masse zusammengeführt werden.



Eine weitere Besonderheit ist die hervorragende Isolierungseigenschaft von Shoddy. Das Biotextil kann für die unterschiedlichsten Zwecke eingesetzt werden: im wärmenden Wintermantel, in der gemütlichen Couch oder in der gut isolierten Hauswand. Durch Farbseparation, kontrollierte Musterung und sogar natürliche Färbung sticht der Stoff auch durch einen einzigartigen Look hervor. Darüber hinaus werden die kurzen Fasern, die sich sonst nicht zum Spinnen von Garnen eignen, mit Biokunststoffen kombiniert, die die Fasern von innen heraus stärken und dem Material eine glatte, lederähnliche Oberfläche verleihen. Mit Shoddy entsteht eine ganz neue Art von Chemiefaser – Pre-Loved zelebriert diese neue Textilidentität, die eine neue Ästhetik mit sich bringt und das frühere Leben jedes getragenen Kleidungsstücks durch Farb- und Strukturnuancen hervorhebt.
“When textile waste meets bio-plastics and together they form a new leather-like material for future fashion applications.”
Sarmite Polakova
Fixing Fashion von Alicia Minaard
Kopieren erwünscht - Fixing Fashion by Alicia Minaard
Wissen teilen, Kleidung retten: 3,3 Jahre – das ist die durchschnittliche Lebensdauer eines Kleidungsstückes. Mit guter Pflege und ein paar Tricks kann Kleidung noch viel länger erhalten bleiben. Die digitale Plattform Fixing Fashion hat es sich zum Ziel gemacht, Interessierten dabei zu helfen, ihre Lieblingsteile zu pflegen, selbst zu reparieren oder neu zu verwerten. Auf Fixing Fashion finden Nutzer:innen Ideen, Tipps und Anleitungen, um getragene Kleidung mit kreativen Ansätzen zu schützen. Dafür hat sich die Designerin Alicia Minaard gemeinsam mit der Organisation One Army über zwei Jahre lang vorbereitet: In Interviews, Workshops und Exkursionen hat das Netzwerk um Minaard weltweit die besten Praktiken und Methoden zum Recyceln und Reparieren ausrangierter Kleidung recherchiert – und stellt diese nun kostenlos zur Verfügung. Entstanden ist eine Kollektion, die man nicht kaufen kann, aber nachahmen oder als Inspirationsquelle für eigene Fixing Looks nutzen soll.



Doch dem Team von Fixing Fashion geht es nicht nur um die Bereitstellung von Informationen. Die Initiator:innen des Projektes möchten vielmehr eine Community aufbauen, die sich austauscht und sich dabei unterstützt, Kleidung länger zu erhalten – und damit nicht zuletzt auch Textilabfälle einspart. Durch die sorgfältige Pflege von Textilien kann die Lebensdauer von 3,3 auf 4,5 Jahre erhöht werden. Übertragen auf die amerikanische Textilabfall-Menge könnten somit jährlich 1,22 Millionen Tonnen Abfall gespart werden.
“The collection is not for sale. Instead, each look is merely meant to inspire. In a way it is meant to trick people, as if this is a brand but then really it has everything and you need to do it yourself!”
Alicia Minaard
Ausgebuchte VIEW Premium Selection
Endlich: die beliebte VIEW Premium Selection ist zurück! Die ausgebuchte Preview Textile Show findet in wenigen Tagen, am 30. November und 01. Dezember 2021, in bekannter Atmosphäre im MVG Museum München statt. Dem Beispiel der erfolgreich durchgeführten MUNICH FABRIC START Autumn.Winter 22/23 folgend, freuen sich die Veranstalter sehr, die erste physische Fachmesse für Spring.Summer 23 zu realisieren – natürlich Covid-19 konform.
Die Branche kann sich auf eine Live-Veranstaltung auf Vor-Pandemie Niveau freuen: Rund 80 selektierte Aussteller werden mit 300 Kollektionen ein gewohnt hochwertiges Portfolio in den Bereichen Fabrics, Additionals, Design Studios sowie Denim und Sportswear präsentieren. Vor Ort sind renommierte Weber und Hersteller wie Liberty, Yünsa, Manteco, Tejidos Royo oder Lanificio Roma sowie die bekannten Agenturen Max Müller, Agentur Geiger oder Püttmann Textilagentur, um nur einige zu nennen.

„Für uns war die VIEW schon immer ein Highlight, denn sie liegt vom Timing her optimal und ist der perfekte Auftakt einer jeden Saison, bei dem man die persönlichen Kontakte zu unseren Kunden pflegen und vor allem natürlich die neuen Kollektionen in einer ganz besonderen Atmosphäre präsentieren kann. Wir freuen uns nun besonders auf die kommende VIEW, die trotz der aktuellen Umstände im gewohnten Ambiente stattfinden wird und laden alle Kunden herzlich ein, dieses Event gemeinsam zu erleben.“
Oliver Schnitzler, Managing Director LOOMseven GmbH



Alle Aussteller und Kollektionen auf neuer VIEW Premium Selection Website einsehbar
Die Veranstalter launchen außerdem eine neue VIEW Premium Selection Homepage, die unter www.viewmunich.com einen modernen und strukturierten Überblick über die Preview Textile Show gibt. Dort sind auch die detaillierte Brand Search mit den vollständigen Aussteller- und Kollektionslisten sowie die finalen Hallenpläne zu finden, die die Fachbesucher in ihrer Messevorbereitung unterstützen. Alle Informationen sind wie immer auch in der MUNICH FABRIC START App aufrufbar.
Die Munich Fabric Start Exhibitions GmbH ist sich der großen Verantwortung bewusst, in diesen Zeiten des Unplanbaren eine professionelle und inspirierende Fachmesse zu organisieren, die die Maßnahmen und behördlichen Auflagen selbstverständlich erfüllt und noch übertrifft. Das umfangreiche Hygienekonzept wird momentan an die aktuellen Entwicklungen angepasst und in Kürze auf www.viewmunich.com veröffentlicht.
„Die VIEW Premium Selection steht als erste physische Informations- und Inspirationsplattform der kommenden Saison für Qualität, Effizienz und einen konzentrierten Austausch der Branche. Wir freuen uns daher sehr, am 30. November und 01. Dezember 2021 endlich wieder unsere Preview Textile Show im MVG Museum München realisieren zu können. Diese Fachmesse bildet eine hervorragende Grundlage für die MUNICH FABRIC START und BLUEZONE Ende Januar 2022, welche bereits einen sehr hohen Anmeldestatus vorweisen können.“
Sebastian Klinder, Managing Director Munich Fabric Start

Positive signal for MUNICH FABRIC START and BLUEZONE
Die Veranstalter sind gleichzeitig schon mitten in den Vorbereitungen für die MUNICH FABRIC START vom 25. – 27. Januar 2022 und die BLUEZONE vom 25. – 26. Januar 2022. Dabei sind die Resonanzen der internationalen Aussteller extrem vielversprechend: Sowohl die internationale Textilfachmesse wie auch die globale Denim Fachmesse sind bereits fast ausgebucht. Auf dieser Basis ist wieder die Bespielung aller Hallen des MOC und des Zenith Areals geplant, wie zuletzt im Februar 2020.




New Blue Circular Denim
New Blue - ein neues Circular Denim Material von Tim van der Loo & Sandra Nicoline Nielsen
Kaufen, tragen, wegwerfen – das ist es, was mit den meisten Kleidungsstücken passiert. Genau dort setzt das Prinzip der Kreislaufwirtschaft an: Getragene Kleidung kann viel mehr sein als Abfall und ein Teil neuer und kontinuierlicher Materialflüsse werden.
Was 2018 als Projekt für eine Masterarbeit an der Weißensee Academy of Art in Berlin begann, wird derzeit von Re-FREAM unterstützt, einem Teil der STARTS-Initiative (Science + Technology + Arts) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020 der Europäischen Kommission.
„New Blue explores new pathways in circular economy, aesthetics and production. Denim is a ubiquitous material which is loved and used by many. It is also a significant source of waste. The challenge as we see it is to find a way to recirculate old worn out jeans and left over fibers within the system.“



Denim galt immer als besonders langlebiges Material – bis es seine Integrität durch die zunehmende Globalisierung und den schnellen Konsum verloren hat. Mit New Blue, dem neuen zirkulären Denim, möchten der Material- und Produktdesigner Tim van der Loo und die Techno-Anthropologin Sandra Nicoline Nielsen dies ändern. In ihrem Verfahren werden Jeans als Rohstoff in kleine Fasern geschnitten und dann zu einem Vlies verbunden. Mit einer neuen Technologie der digital unterstützen Industriestickerei wird direkt auf dem Vlies das Schnittmuster angefertigt. Durch eine neuartige Möglichkeit bleiben die durch die Stickerei definierten Bereiche beim Waschen des Vlieses intakt, während sich die nicht bestickten Teile des Vlieses bei Kontakt mit Wasser auflösen und schließlich wieder als Rohstoff verwendet werden können. So wird durch New Blue eine kreislauffähige und abfallfreie Produktion von Denim zur Realität.
Enschede Textielstad von Annemieke Koster
Enschede Textielstad von Annemieke Koster
Bis in die 1970er Jahre gehörte Enschede in den Niederlanden neben Manchester zu den europäischen Textilhochburgen. Dann verschwand die textile Produktion immer mehr aus dem Stadtbild, weil es wesentlich günstiger war, Kleidung und Textilien in Niedriglohnländern herzustellen. Nachvollziehbarkeit, Schutz der Arbeiter:innen und Nachhaltigkeit bleiben dabei jedoch oft auf der Strecke – daher entstand Enschede Textielstad aus Annemieke Kosters Wunsch heraus, die Transparenz entlang der textilen Wertschöpfungskette zurückzubringen und die einstige Tradition der Stadt wieder aufleben zu lassen.
„I want to bring textiles back to Enschede and make it a city of textiles again – where professionals who still know the craftsmanship of yesteryear pull their knowledge and find innovative approaches. But then in a new, innovative collaboration.“



Lokal, natürlich, qualitativ hochwertig: In der Industrieweberei Enschede Textielstad entstehen natürliche und möglichst lokal produzierte Garne und Stoffe für Mode und Heimtextilien. Die Basis dafür bilden faire und umweltschonende Rohstoffe, die ausschließlich von bekannten Lieferanten bezogen werden: garantiert Made in Europe – für kurze Transportwege und einen geringeren ökologischen Fußabdruck. Das Angebot von Enschede Textielstad gibt diverse Optionen: Readymade Stoffe sind bereits produzierte Bestseller zum Direktkauf, Made To Order Stoffe sind gewebt, können aber individualisiert werden, oder Custom Made Stoffe für besonders individuelle Ideen, neue Stoffe oder zum Recycling von Produktabfällen – so ist für alle etwas Passendes dabei.
Chiengora instead of Angora
Yarnsustain von Ann Cathrin Schönrock & Franziska Uhl
Oft werden Möglichkeiten für ethische und nachhaltige Lösungen nicht genutzt, obwohl sie eigentlich auf der Hand liegen. Fashion- und Knitwear-Designerin Ann Cathrin Schönrock und Textilingenieurin Franziska Uhl haben auf dem Markt für Garne vergeblich nach nachhaltigen und gleichzeitig hochwertigen Optionen gesucht und sind deshalb selbst kreativ geworden: Sie gründeten das Unternehmen Yarnsustain, um mit Garnen und Stoffen aus Hundehaar die Mode- und Textilbranche zu revolutionieren.



Schon 2017 hat Ann Cathrin Schönrock, die selbst Hundebesitzerin ist, angefangen, mit der Wolle ihres Hundes zu arbeiten – denn warum sollte dieses eigentlich als Abfall angesehene Material nicht auch für Kleidung oder zum Füllen von Heimtextilien genutzt werden? Gemeinsam mit ihrer Mitgründerin Franziska Uhl entwickelte sie das hochwertige Chiengora®, ein Garn, das aus der Unterwolle langhaariger Hunde besteht. Gefördert von der deutschen Regierung konnte die Organisation alleine in diesem Jahr mehr als zwei Tonnen Unterwolle sammeln und zu Garn verarbeiten.
Hinter dem Unternehmen stehen die NGO Saving Lost Resources e.V., Yarnsustain und das Markenunternehmen modus intarsia. In diesem Dreiklang leisten die Gründerinnen einen Beitrag zum Tierschutz, produzieren hochwertige Garne und verkaufen Kleidungsstücke aus Hundehaar – um so die Akzeptanz von Konsument:innen weiter zu fördern und Kleidungsstücke aus Hundehaar auf dem Markt zu etablieren.
Unser Digitaler Trend Space - jetzt für Sie Online!
Wichtige Tipps bevor Sie starten:
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Wir empfehlen Ihnen unser kurzes Tutorial Video für den Einstieg. Im Anschluss bzw. jederzeit können Sie Ihre individuelle Tour durch den DIGITAL TREND SPACE starten.
SAVE THE DATES – NEXT SHOWS
VIEW PREMIUM SELECTION
30/11 – 01/12/2021
MUNICH FABRIC START
25/01 – 27/01/2022
BLUEZONE
25/01 – 26/01/2022
Ein erfolgreiches Wiedersehen der Branche
Ein ganzes Jahr ohne physische Messen, lange Monate ohne persönlichen Austausch: letzte Woche fanden nun tatsächlich die Internationale Fabric Trade Show MUNICH FABRIC START sowie die Internationale Denim Trade BLUEZONE als reale Fachmessen für die Textilindustrie in München statt. Damit bringt das Team der Munich Fabric Start Exhibitions GmbH ein Stück Normalität zurück in die Branche, aber auch ins Event Management. Dank detailliert ausgearbeiteter, Covid-19 konformer Messformate zeigen die Veranstalter auf, dass Messen unter entsprechenden Vorkehrungen möglich sind und erfolgreich realisiert werden können.
Mehr als 600 internationale Anbieter präsentierten ihre Kollektionsneuheiten und Entwicklungen für Autumn.Winter 22/23 in rund 1000 Kollektionen für die Segmente Fabrics, Additionals, Design Studios, Sourcing, ReSource und Sustainable Innovations auf der MUNICH FABRIC START sowie Denim, Sportswear und Keyhouse in der BLUEZONE. Rund 13.400 internationale Fachbesucher waren in dieser Saison in München vor Ort, was im Vergleich zu den ausstellenden Anbietern einen Anstieg der besuchenden Modemarken gegenüber der Ausgabe im September 2019 bedeutete. Mit diesem Ergebnis sind die Veranstalter mehr als zufrieden.

„Unser Team ist erschöpft, aber überglücklich: hinter uns liegt die wohl größte Challenge unserer Firmengeschichte! Wir haben es tatsächlich geschafft, in diesen Zeiten eine vergleichbare MUNICH FABRIC START und BLUEZONE mit gewohnt breitem Portfolio zu realisieren! Bis zum letzten Moment haben wir uns darauf fokussiert, die Shows Wirklichkeit werden zu lassen – trotz aller Herausforderungen, Maßnahmen und der anhaltenden Planungsunsicherheit. All unsere Mühen wurden mit einem rundum positiven Branchen-Feedback belohnt, denn unsere Covid-19 konformen Messen waren ein voller Erfolg. Natürlich waren unsere Erwartungen der Situation entsprechend zurückhaltend – gerade deshalb sind wir so überwältigt von dem positiven Resultat. Es scheint, als hätte die ganze Textil-Industrie mitgefiebert und sich nun dankbar darüber gefreut, wieder ein paar Stunden ‚Business as usual‘ zu erleben.“
Sebastian Klinder, Managing Director Munich Fabric Start



FUSION AUS BLUEZONE & KEYHOUSE ÜBERZEUGT – EVENTPROGRAMM GUT BESUCHT
Die BLUEZONE bot unter dem Leitthema „BACK TO THE FUTURE“ einen Weg zurück zum haptischen Erlebnis von Texturen und dem Wiedersehen mit der Denim Community. Neben internationalen Denim-Webern und -Herstellern erwartete die Besucher in der Zenith Halle auch eine qualitative Auswahl an KEYHOUSE Ausstellern, die ihre zukunftsweisenden Innovationen für die Fashion Branche präsentierten.
„Die BLUEZONE punktet schon immer mit einer ganz besonderen Atmosphäre – dieses Mal haben wir in der Zenith Halle mit 80s-Party Feeling überrascht. Dabei kam das Business aber natürlich auch nicht zu kurz: die Denim Industrie strotzt momentan vor nachhaltigen Innovationen und neuen Entwicklungen, die alle in München präsentiert wurden. Und der Kohlebunker gleich nebenan wurde zu einem inspirierenden, Covid-19 konformen Forum für Vorträge und Podiumsdiskussionen. Nun bleibt uns eigentlich nur noch zu sagen, dass wir alles tun, um diesen Erfolg in der folgenden Saison zu wiederholen.“
Frank Junker, Creative Director Munich Fabric Start
Sehr stolz sind die Veranstalter auch über die Realisation des Eventprogramms. In 16 Programmpunkten wurde über branchenrelevante Innovationen und zukunftsweisende Themen rund um Kreislaufwirtschaft, digitale Tools und Produktionsprozesse informiert. Highlights waren dabei unter anderem die Trend Präsentation von David Shah sowie die renommiert besetzten Panel Diskussionen zu den Themen „Closing the Loop – How circular can the suppy chain be?“ und zu „Local Manufacturing – A reality or just a temporary green gimmick?“.


„Zunächst möchte ich mich bei den Veranstaltern für den enormen Aufwand bedanken – ich kann mir vorstellen, wie viel Arbeit es in diesen Zeiten gewesen sein muss, eine Messe zu realisieren und dann sogar weiterhin den tollen Service wie gratis Kaffee und gratis Lunch für alle anzubieten! Wir sind definitiv alle super dankbar, hier zu sein, das konnte man auch an der allgemeinen Freude der Besucher sehen. Für mich standen die drei Messetage ganz im Zeichen des Wiedersehens, der Live-Kontakte. Und meine Erwartungen wurden sogar übertroffen: Wir konnten eine sehr gute Qualität an Besuchern aus allen europäischen Ländern begrüßen und ich freue mich besonders über die vielen interessierten Neukunden.“
Vlad Zisser, Zisser Design Studios (Sweden)
„Wir hatten eine wirklich sehr erfolgreiche Messe – alle wichtigen Kunden sind gekommen und man hat richtig gespürt, wie sich alle gefreut haben, sich endlich wieder live zu treffen. Jetzt hoffen wir nur, dass es so weitergeht und auch die folgenden Veranstaltungen stattfinden können.“
Isabelle Hosatte Firmann, Dutel Creation (Frankreich)



POSITIVES BESUCHER- & AUSSTELLER-ECHO TROTZ COVID-19 MAßNAHMEN
Passend zum Saisontitel „RISE“ wurden die Besucher von inspirierenden, knalligen Trendforen mit einzigartigen Highlights für die Kollektionsentwicklung Autumn.Winter 22/23 begrüßt. In den Hallen erwartete die Branche dann eine Fachmesse auf dem bekannten und bewährten Vor-Pandemie-Niveau mit Herstellern und Lieferanten in allen 8 Areas. Außereuropäische Lieferanten wurden von Agenturen vertreten und boten gut frequentierte Show in Show Konzepte.
Ein Publikumsmagnet war außerdem die neu formierte ReSOURCE x SUSTAINABLE INNOVATIONS Area. In einem modernen Umfeld wurde über konkrete Anwendungsmöglichkeiten für das Sourcing zukunftsweisender Textilien sowie innovative Konzepte informiert. Ein weiteres Highlight bot die FABRIC.iD, das auf der Messe lancierte, innovative Verfahren zur vollständigen Digitalisierung von Stoffen.

„Was für ein Gänsehautmoment! Seit der zweiten Ausgabe der Munich Fabric Start im Jahr 1997 komme ich jede Saison von Paris nach München, um nach neuen Fabrics, Ideen und Farben zu suchen… Und ich kann sagen – noch nie habe ich mich so auf die Messe gefreut! Es hat unglaublich Spaß gemacht und mein Team und ich sind einfach froh, dass es wieder losging. Die Show verfügt über eine wahnsinnig angenehme und bestens organisierte Atmosphäre, in der man sich als Besucher einfach freundlich empfangen fühlt, daher war ich auch wieder an allen drei Messetagen vor Ort! Ich kann also nur sagen: BRAVO und DANKE!“
Besucherin Anja Seidl (Frankreich)
„Vielen Dank an das BLUEZONE Team, dass ihr für die Denim Community eine Show organisiert habt, nach der wir uns alle gesehnt haben! Ich bin sicher, dass alle Aussteller und Besucher eine tolle Zeit hatten und wir wissen eure harte Arbeit wirklich zu schätzen.“
Besucher Robin Meijerink, Robin Denim (Niederlande)




Schritt in Sustainable Innovations mit uns
Wir freuen uns, die nächste Ausgabe des Sustainable Innovations Forum ankündigen zu können, das in Kürze auf der MUNICH FABRIC START vom 31.08. – 02.09.2021 im MOC in München stattfindet. Das inspirierende Schaufenster bietet nachhaltige Beschaffungslösungen mit starkem Fokus auf alternative Design- und Herstellungsverfahren. Es soll eine neue Denkweise und Herangehensweise an nachhaltige Textilien anregen und unterstützen und bietet auch eine einzigartige Gelegenheit zur Zusammenarbeit und zum Gespräch.
Ganzheitliche, nachhaltige Lösungen werden im neu gestalteten Bereich ReSOURCE X SUSTAINABLE INNOVATIONS erstmals gemeinsam auf der Messe präsentiert. Das enge Zusammenspiel der Innovations-Plattformen bietet Orientierung, Informationstiefe und konkrete Anwendungsmöglichkeiten für das Sourcing zukunftsweisender Textilien.
Wo ReSOURCE X SUSTAINABLE INNOVATIONS auf der MUNICH FABRIC START zu finden sein wird? >> Foyer Halle 4, Räume K3 & K4
Das neue Thema für diese Saison lautet „Suscalability“. Worum geht es dabei?
Ganz genau. Jedes Jahr beleuchten wir in unserem Sustainable Innovations Forum nachhaltige Innovationen, die die Branche prägen und inspirieren. In den letzten zehn Jahren lag der Schwerpunkt darauf, wie Designer und kleinere Marken in das System einsteigen und sich innerhalb der Branche vernetzen können. Jetzt hat sich der Schwerpunkt verschoben, eine neue Phase beginnt – das Thema in diesem Jahr ist „Suscalability“. Wir haben bereits ein Gefühl dafür, wie der Markt wachsen kann. Trotzdem sind noch immer Fragen offen, die wir uns jetzt stellen müssen: Was bedeutet es, sinnvoll zu wachsen? Wie können wir auf eine nachhaltige Weise wachsen? Suscalability setzt sich zusammen aus Sustainability und Scaleability, also Nachhaltigkeit und Skalierbarkeit. Letztendlich geht es darum, wie Unternehmen auf nachhaltige und anspruchsvolle Weise wachsen können.
Es geht also nur um Wachstum?
Unter anderem – aber nicht nur. Es geht eher um die Frage: Was tue ich für wen? Alle Marken und Projekte stellen sich diese Frage in ihrem eigenen Kontext. Sie wollen ihr eigenes Handwerk und ihre Fähigkeiten messen. Bei Suscalability geht es um bewusstes und achtsames Wachstum. Es gibt drei Arten von Wachstum: horizontal, vertikal und multidimensional. Beim vertikalen Wachstum steht das Produkt selbst im Vordergrund. Beim horizontalen Wachstum geht es um das Recht des Unternehmens, am Markt teilzunehmen. Und dann gibt es noch die multidimensionale Ebene, bei der es um das Wachstum des Wertes selbst geht und darum, wie dieser Wert in den gesamten Produktionsprozess integriert werden kann. Suscalability ist ein dreidimensionales Konzept: Es umfasst alle drei Formen. Der Produzent muss entscheiden, wie er diese Stufe von Wachstum erreichen kann – das ist letztlich die Herausforderung.




Warum brauchen wir einen anderen Ansatz für Wachstum?
Bisher unterscheiden die meisten Unternehmen nur zwischen horizontalem und vertikalem Wachstum. Nach vielen Jahren des Wachstums stellt sich nun die Frage: Wie groß kann eine Marke sein, um weiterhin flexibel zu bleiben? Die Größe wird zu einem Problem. Große Unternehmen stehen vor der Herausforderung, wie sie wieder kleiner werden können. Das ist aus meiner Sicht der Grund, warum im Moment so viele Submarken und Kollaborationen auf den Markt gebracht werden. Dies ist die einzige Möglichkeit für größere Unternehmen, sich zu verkleinern und dadurch wieder pointiert zu sein. Groß zu sein, ist das Problem. Die Großen können schon allein aufgrund ihrer Größe keinen echten Wert mehr kreieren und schaffen es nicht, aus diesem Kreislauf auszubrechen.
Was wollt ihr mit den ausgewählten Brands erreichen, die im Sustainable Innovations Forum auf der Messe gezeigt werden?
Wir haben es wieder geschafft, den Herzschlag des Marktes mit tollen Designer*innen einzufangen. Jedes Projekt ist einzigartig und erzählt eine ganz eigene Geschichte über die Möglichkeiten von nachhaltigen Textilien und Denkansätzen. Von recycelten Stoffen, über Mode aus Hundehaaren bis hin zu Plattformen des Austauschs über Re- und Upcycling: Die Brands zeigen genau das, worum es mir hier geht – nämlich wie man aus einem Textil Wert schöpft, wie man mit einer nachhaltigen Idee langsam und achtsam wachsen kann und sich einen Platz in der Modebranche verdient. Und vor allem: Wie sich Kund*innen wieder mit dem Rohstoff verbinden können, um den Wert zu erhalten. Das Thema Suscalability bringt achtsamen Konsum und nachhaltige Strategien zusammen – und das im Herzen der Industrie. Am Ende geht es beim bewussten Wachstum um den richtigen Maßstab: Suscalability ist völlig ausgereift.



SAVE THE DATES – NEXT SHOWS
VIEW PREMIUM SELECTION
30/11 – 01/12/2021
MUNICH FABRIC START
25/01 – 27/01/2022
BLUEZONE
25/01 – 26/01/2022
Key Conversations mit Chandra Prakash: Experte & Berater zu nachhaltiger Produktion
Wenn man Chandra Prakash zum ersten Mal trifft und ihn fragt: „Was machen Sie?“, antwortet er ziemlich sicher „Nachhaltigkeitsberater“. Nach einem kurzen Gespräch mit ihm wird einem aber schon ganz klar, dass noch viel mehr dahintersteckt. Wenn er von seiner Erfahrung als Bio-Landwirt zur Erforschung und Entwicklung nachhaltiger landwirtschaftlicher Methoden, von der Herstellung von Naturfasern an der indisch-nepalischen Grenze oder von dem Zertifizierungsprozess von Naturfasern mittels Blockchain-Technologie erzählt, steht fest, dass „Nachhaltigkeitsberater“ nicht ganz den vollen Umfang, die Reichweite und die Weitläufigkeit seiner Arbeit auf den Punkt bringt. Daher versuchen wir mit diesem Interview tiefe Einblicke in seine neuesten Projekte, spannenden Herausforderungen und seine Leidenschaft für echte Nachhaltigkeit zu erhalten.

Kannst Du uns etwas über Deine Arbeit als Nachhaltigkeits-Fashionexperte erzählen?
Ich beschäftige mich intensiv mit nachhaltiger Mode und habe aus vielen Perspektiven wahnsinnig wertvolle Einblicke in die Lieferkette gewonnen; als Bio-Bauer, Textildesigner, Modedesigner und als Unternehmer, der als Inhaber und Gründer von Cocccon auf die Herstellung von gewaltfreier Seidenmode spezialisiert ist. Die Erstellung und Kenntnis von kurz- und langfristigen Nachhaltigkeits-Roadmaps sind meine Stärke als Nachhaltigkeitsberater.
Du forschst derzeit an anderen nachhaltigen Fasern und Produktionsmethoden – worauf fokussierst Du dich momentan genau?
Meine Forschung beschäftigt sich mit Naturfasern, insbesondere wie sie mit möglichst wenig Wasser und ohne Chemie angebaut werden können. Mein aktuelles Projekt zielt darauf ab, die nachhaltigste und luxuriöseste Leinen-, Kenaf- und Sisalfaserproduktion an der indisch-nepalischen Grenze aufzubauen.
Im Zuge der Videoserie Key Conversations hast Du mit Simon Angel gesprochen und Deine neueste Technologie zur Unterstützung des Zertifizierungsprozesses für Stoffe vorgestellt. Kannst Du uns mehr erzählen?
Die Herausforderungen, denen sich Zertifizierungsstellen gegenübersehen, wurden durch COVID-19 weiter verkompliziert. Die meisten Baumwollfelder liegen auf abgelegenem oder ländlichem Gelände, was bedeutet, dass es nicht möglich ist, das gesamte Land zu überwachen oder zu kontrollieren. Die Datenerhebung und -eingabe erfolgt weiterhin auf Vertrauensbasis, ohne Methoden zur gegenseitigen Überprüfung. Im derzeitigen System ist es nicht möglich, die Materialien in den Vorfaserstufen zu authentifizieren, wie z. B. die landwirtschaftlichen Prozesse zum Anbau von Fasern wie Baumwolle, Leinen usw. Der Mangel an physischen Besuchen aufgrund von COVID-19 hat zu einem Anstieg von Greenwashing geführt.
Die Technologie, die ich derzeit entwickle, kann sicherstellen, dass Auditing einfach, sicher und viel zuverlässiger wird. Auch in der Landwirtschaft können Daten erhoben werden. Um die Authentifizierung zu gewährleisten, wird die Überwachung in drei verschiedenen Phasen durchgeführt. Zusammen wird der Einsatz von KI-Technologie, Blockchain-Technologie und einem intelligenten physischen Auditing-System den Zertifizierungsprozess eines Bio-Produkts sicher machen.
Sehen Sie sich hier die Key Conversation zwischen Chandra Prakash und Simon Angel an.



Kannst Du uns von der größten Herausforderung bei der Entwicklung dieses neuen digitalen Systems erzählen?
Dies ist ein sehr ehrgeiziges Projekt. Die Rückverfolgbarkeit auf der Rohstoffstufe ist momentan so gut wie unmöglich. Ich nehme es als Herausforderung und versuche alles, es zu realisieren. Es ist immer eine Challenge, verschiedene Arten und Ebenen von Technologie zu verbinden. Sagen wir einfach, wir arbeiten daran! Wir werden mit Partnern aus der Modebranche zusammenarbeiten müssen, darunter Rohstoff- und Blockchain-Experten sowie wichtige Investoren. Zur Verstärkung suchen wir aktuell einen CFO.

Wie wichtig ist es für Marken, ihren Kunden Transparenz und Rückverfolgbarkeit zu bieten – durch die Einführung der Blockchain-Technologie?
Die Zahl der Menschen, die bereit sind, authentisch nachhaltige Mode oder Accessoires zu kaufen, ist drastisch gestiegen. Die jungen Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder, die weltweit bei Fridays for Future und Klimastreiks protestieren, sind unsere zukünftigen Kunden. Sie wollen wissen, wer die Kleidung herstellt, die sie tragen. Sie wollen wissen, ob alle in der Lieferkette gut behandelt wurden. Sie wollen wissen, ob ihr Bio-T-Shirt wirklich ein Bio-T-Shirt ist. Rückverfolgbarkeit wird bald die neue Normalität sein. Unsere KI- und maschinelle Lerntechnologie kann jedem helfen, von Marken bis hin zu Endverbrauchern. Die Verwendung von Blockchain kann sicherstellen, dass Zertifizierungen zuverlässig und authentisch sind.
Deutschland hat ein neues Lieferkettengesetz mit verstärktem Fokus auf Menschenrechte eingeführt. Kann Deine Technologie helfen, Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden?
Die aktuellen Gesetze haben nur begrenzte Möglichkeiten, soziale oder menschliche Faktoren während der Produktion von Rohstoffen zu kontrollieren. Es gibt außerdem Challenges bei der Kontrolle von Zwangs- oder Kinderarbeitern beim Baumwoll- und Flachs-Leinen-Anbau. 80% der Baumwollbauern, die in Entwicklungsländern arbeiten, stammen aus lokalen Stammesgemeinschaften und haben keine staatlich anerkannten Ausweise. Auf dem Papier existieren sie nicht, daher werden die Gesetze nicht auf sie angewendet. Unsere IoT-basierte Technologie kann Landwirten und Marken helfen, diese Herausforderungen zu überwinden. Dies macht unsere Technologie zu einer Plattform für Echtzeit-Rückverfolgbarkeit vom Bauern bis zum fertigen Kleidungsstück in den Läden.



Wir bedanken uns bei Chandra für seine Einblicke und das Gespräch im Rahmen der Key Conversation Reihe mit dem Kurator unserer Sustainable Innovations, Simon Angel. Wenn Sie sich für die Themen interessieren, die Chandra Prakash hier besprochen hat, oder wenn Sie herausfinden möchten, wie Sie seine Arbeit unterstützen können, können Sie ihn hier gerne kontaktieren: prakash@cocccon.de
Lassen Sie uns im Gespräch bleiben! Hat dieses Projekt Sie auf eine Idee gebracht oder haben Sie Fragen? Wir würden gerne von Ihnen hören, schicken Sie uns eine E-Mail an info@munichfabricstart.com
























































