Sustainable Innovations
EMELIE SANDRE DESIGN - SUSTAINABLE INNOVATIONS
Die Mode- und Textilbranche versucht seit Jahren, eine Frage zu beantworten: Wie können wir Produkte langlebiger machen? Die Antworten konzentrierten sich bislang vor allem auf widerstandsfähigere Fasern, bessere Verarbeitung und nachhaltigere Materialien. Doch was, wenn es bei der Langlebigkeit nicht nur darum geht, wie lange ein Produkt hält? Was, wenn es darum geht, wie viele verschiedene Leben es führen kann?
Besucher des Bereichs „Sustainable Innovation“ auf der Munich Fabric Start entdecken ein Projekt, das genau diese Frage mit „The Modular Costumes“ von Emilie Sandré Design in den Mittelpunkt stellt.
Design für die Fantasie
Für viele von uns begann das Verkleiden schon lange bevor wir ein Kostüm besaßen. Ein Schal wurde zum Umhang. Ein Gürtel wurde zum Schwert. Ein Paar viel zu große Schuhe verwandelte uns in jemand ganz anderen. Die Designerin Emilie Sandré erinnert sich noch gut an dieses Gefühl.
Als Kind hatte sie unendliche Freude daran, Schals, Schmuck und Accessoires aus dem Kleiderschrank ihrer Großmutter zu kombinieren, um sich eigene Figuren auszudenken. Doch bei den heutigen Kinderkostümen ist die Geschichte oft schon vorgeben: Pirat, Prinzessin oder Ritter – da bleibt wenig Raum für Fantasie. Die „Modular Costumes“ wurden entwickelt, um das zu ändern.
Anstatt fertige Kostüme zu entwerfen, hat Emilie ein System aus austauschbaren Modulen und Verbindungsstücken entwickelt, das Kinder selbst zusammenstellen können. Es gibt keine vorgegebenen Figuren, keine festgelegten Geschichten und keine Regeln außer der Neugier. Jede neue Kombination wird zu einer weiteren Gelegenheit, Geschichten zu erzählen.
„Ich entwerfe keine fertigen Produkte, sondern Systeme von Möglichkeiten, in denen der Nutzer zum Schöpfer wird.“
Modularität jenseits der Funktion
Modularität ist kein neues Konzept. Seit Jahrzehnten prägt sie Architektur, Möbel und Industriedesign. Ihre Anwendung auf weiche Textilien eröffnet jedoch eine ganz neue Dimension.
Jede Komponente von „The Modular Costumes“ wird in Paris aus luxuriösen Restbeständen und Musterbüchern lasergeschnitten, die sich sonst nur schwer wiederverwerten ließen. Der größte Beitrag des Projekts liegt jedoch nicht lediglich in der Wiederverwendung von Materialien.
Es ist die Idee, dass Produkte, die für eine kontinuierliche Neuerfindung konzipiert sind, von Natur aus nicht so schnell veralten. Ein Kostüm ist nicht länger ein einzelnes Objekt mit einem begrenzten Verwendungszweck. Es wird zu einem sich weiterentwickelnden kreativen System, das durch unendliche Kombinationsmöglichkeiten gemeinsam mit seinem Träger wächst.
Bei Innovation geht es schließlich nicht immer darum, etwas Neues zu schaffen. Manchmal geht es darum, aus einem Produkt viele zu machen.
Gestaltung für das Spiel
Der vielleicht überzeugendste Aspekt von „The Modular Costumes“ ist, dass das Spiel in den Mittelpunkt des nachhaltigen Designs gerückt wird.
In einer Welt, die zunehmend von digitalen Erlebnissen geprägt ist, lädt Emilie Kinder dazu ein, sich durch Berührung, Experimentieren und Fantasie mit Materialien auseinanderzusetzen. Das Anziehen wird zu einem kreativen Akt, der Neugierde statt Konsum fördert. Workshops in Schulen, Cafés und Ausstellungsräumen tragen diese Philosophie über das Produkt hinaus weiter und schaffen gemeinsame Erlebnisse, die Kreativität und Entdeckungsfreude zelebrieren.
Besucher, die vom 14. bis 16. Juli 2026 den Bereich „Sustainable Innovation“ auf der Munich Fabric Start erkunden, werden weit mehr als nur ein innovatives Kinderprodukt vorfinden. Sie werden eine andere Art entdecken, über Design selbst nachzudenken. Denn vielleicht lässt sich die größte Form der Langlebigkeit nicht in Jahren messen. Sie lässt sich in Möglichkeiten messen.
Man sollte sich vor Augen halten, dass die Produkte, die wir am meisten schätzen, oft diejenigen sind, die uns immer wieder überraschen – was uns wiederum dazu einlädt, sie lange nachdem sie in unser Leben getreten sind, neu zu gestalten, neu zu erfinden und uns sie neu vorzustellen.
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30. Januar 2026
Eine solide Messe. Eine optimistische Stimmung. So lässt sich das Ergebnis der MUNICH FABRIC START zusammenfassen. Nach drei Tagen ging die Münchner Textilmesse gestern, Donnerstag, mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer im Vergleich zur Vorveranstaltung stabilen Besucherfrequenz ab.
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Die Zukunft beginnt dort, wo wir sie neu erfinden. Das übergreifende Thema von PLEASURE steht für Mode als emotionalen Raum, als Ausdruck von Haltung und kultureller Reflexion.
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Smart Textile Design - SUSTAINABLE INNOVATIONS
Die Modebranche ist mittlerweile bemerkenswert gut darin geworden, über neue Materialien zu sprechen.
Jede Saison wird eine neue Faser, eine neue Beschichtung oder ein weiterer Durchbruch vorgestellt, der verspricht, die Umweltkrise der Modebranche zu lösen. Wir feiern Innovationen, als müsse die Antwort immer mit etwas Neuem beginnen.
Doch unter den Innovatoren, die vom 14. bis 16. Juli 2026 im Bereich „Sustainable Innovations“ der Munich Fabric Start ausstellen, laden uns Sara + Sarah Smart Textile Design dazu ein, eine andere Frage zu stellen.
Was wäre, wenn es bei der nächsten Materialrevolution gar nicht darum ginge, etwas Neues zu erfinden?
Was wäre, wenn sie damit begänne, das bereits Vorhandene mit anderen Augen zu betrachten?
„Kreativität und Neugierde waren schon immer unsere Triebfeder. Unsere Arbeit entwickelt sich durch Prototypen weiter – sie ist nie abgeschlossen, sondern wirft immer wieder neue Fragen zu Materialien, Prozessen und Möglichkeiten auf.“

Die Grenzen zwischen Weberei, Druck, Buchmalerei und Technologie verschwimmen
Bei „Sustain by MUNIQUE“ erwartet die Besucher „Archiving Patterned Light“ – eine seit einem Jahrzehnt andauernde Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Webart, Druck, Licht und Materialinnovation. Anstatt Textilien als passive Oberflächen zu betrachten, zeigen Sara + Sarah sie als dynamische Systeme, die in der Lage sind, Raum, Wahrnehmung und Atmosphäre zu verändern.
Ihre Arbeit bewegt sich nahtlos zwischen handwerklichem Experimentieren und industrieller Fertigung und schafft Textilien, die auf Licht in einer Weise reagieren, die unsere Erwartungen daran, was Stoff werden kann, in Frage stellt. Stoff entwickelt sich zu Architektur. Oberfläche wird zum Erlebnis. Material wird zum Geschichtenerzähler.
Dieser Geist der Erforschung steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit.
As Sara + Sarah explain: „We have always been driven by creativity and curiosity. Our practice evolves through prototypes, never finished, always asking more questions of materials, processes and possibilities.“ It is a philosophy that runs through every piece of work they create, where experimentation is not simply part of the process but the process itself.
It is visually striking. But beauty is only part of the story.
Alongside Archiving Patterned Light, the duo will also present FLOCC, a collaborative material innovation that transforms post-industrial textile waste into natural electrostatic flock fibres for print and surface design.
At first glance, the concept appears simple. Textile waste becomes a new material. Except it isn’t. Because FLOCC demonstrates something the fashion industry still struggles to embrace. Circularity is not recycling. Circularity is redesigning value.
Über den Tellerrand des Abfalls hinausblicken
Allzu oft wird Abfall als unvermeidliche Folge der Produktion betrachtet. Als etwas, das es zu bewältigen gilt. Als etwas, das es zu minimieren gilt. Als etwas, das mit immer ausgefeilteren Recyclingtechnologien verarbeitet werden muss.
FLOCC stellt diese Annahme auf den Kopf.
Abfallströme aus Baumwolle, Seide und Zellulose werden zum Rohstoff für strukturreiche Oberflächen, auf denen sich Farben und Muster sowohl sehen als auch fühlen lassen. Materialien, die einst als das Ende des Lebenszyklus eines Produkts galten, werden zum Ausgangspunkt einer völlig neuen Designsprache.
Dieser Unterschied ist entscheidend.
Die Zukunft der Mode wird nicht allein durch bahnbrechende Fasern geprägt sein. Sie wird geprägt sein von unserer Bereitschaft, Lieferketten, Fertigungssysteme und Geschäftsmodelle neu zu gestalten, damit bestehende Materialien für den Wert anerkannt werden, den sie bereits besitzen.
Bei Innovation geht es schließlich selten darum, etwas aus dem Nichts zu erschaffen. Es geht darum, unsere Sichtweise zu verändern.
Wo Tradition auf Zukunft trifft
Ebenso beeindruckend ist die Art und Weise, wie diese Projekte traditionelles Handwerk mit moderner Fertigungstechnik verbinden.
Durch die jahrelange Zusammenarbeit mit MYB Textiles und einem Netzwerk aus Herstellern, Recyclingunternehmen und Materialspezialisten haben sich aus Experimenten entstandene Ideen zu einer skalierbaren Produktion entwickelt. Das Ergebnis ist der Beweis dafür, dass traditionelle Fertigung und zeitgenössische Innovation keine konkurrierenden Konzepte sind. Sie ergänzen sich vielmehr gegenseitig.
Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis, die Sara + Sarah in dieser Saison nach München bringen. In der Textilbranche wird oft von Zusammenarbeit gesprochen, als sei sie ein zusätzlicher Vorteil der Innovation. In Wirklichkeit ist die Zusammenarbeit selbst die Innovation.
FLOCC existiert, weil Designer, Hersteller, Forscher und technische Spezialisten sich dafür entschieden haben, interdisziplinär statt innerhalb einzelner Disziplinen zu arbeiten. Wissen wurde ausgetauscht. Fachkenntnisse überschneiden sich. Neugierde wurde zur Infrastruktur.
Wir freuen uns darauf, dass die Besucher „Sara + Sarah Smart Textile Design“ erkunden, denn sie bieten nicht nur faszinierende Projekte, sondern einen Perspektivwechsel.
Daher ist die vielleicht wertvollste Ressource in der Mode nicht das nächste Wundermaterial, das darauf wartet, erfunden zu werden. Vielleicht ist es das außergewöhnliche Potenzial, das bereits in den Materialien steckt, das wir noch nicht erkannt haben.
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STUDIO ALICE GIELEN - SUSTAINABLE INNOVATIONS
Sowohl in der Mode- als auch in der Textilindustrie wird Kreativität oft hochgelobt. Doch viele der kreativen Entscheidungen in der Branche werden getroffen, lange bevor ein Designer überhaupt mit dem Entwerfen beginnt. Die Farbwahl ist eine davon. Die Sache ist die: Wenn ein Designer das Garn auswählt, hat bereits jemand anderes die verfügbaren Farben, Reihenfolgen und Kombinationen festgelegt. Es gibt zwar eine Auswahl, aber nur innerhalb bestimmter Grenzen.
Kreativität schon im Vorfeld fördern
Das Studio Alice Gielen hat mit dem „Sliver Fiber Printer“ eine der frühesten Phasen der Textilproduktion neu konzipiert. Anstatt das Garn erst nach dem Spinnen einzufärben, trägt das System die Farbe direkt auf die losen Fasern – das sogenannte „Sliver“ – auf, noch bevor das Spinnen stattfindet. So können Designer Farbfolgen, Farbverläufe, mathematische Muster oder sogar Morsecode direkt in das Material selbst einprogrammieren, noch bevor das Garn entsteht. Besser noch: Diese Sequenzen lassen sich in Echtzeit anpassen, wodurch die Farbentwicklung zu einem aktiven Dialog zwischen Designer, Maschine und Material wird. Die Technologie ist beeindruckend. Noch bedeutender ist jedoch die Verlagerung der kreativen Entscheidungshoheit.
Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine neu überdenken
Viele von uns wissen, dass Automatisierung oft als etwas dargestellt wird, das menschliche Kreativität ersetzt. Das Studio Alice Gielen schlägt etwas ganz anderes vor.
Anstatt Maschinen als Werkzeuge zu betrachten, die lediglich Anweisungen ausführen, schafft der „Sliver Fiber Printer“ Raum für Zusammenarbeit. Programmierte Logik, Materialverhalten und menschliche Intuition beeinflussen sich während des gesamten Herstellungsprozesses gegenseitig, sodass unerwartete Ergebnisse Teil des Designs selbst werden können.
Alice erklärt: „Ich möchte zu einer wachsenden Debatte beitragen, die Maschinen nicht nur als Produktionswerkzeuge betrachtet, sondern als Partner im kreativen Prozess, die sowohl die Methode als auch die Kunst des Schaffens beeinflussen können.“
Diese Idee gewinnt zunehmend an Bedeutung, da künstliche Intelligenz und computergestütztes Design immer mehr Teil der kreativen Landschaft der Modebranche werden. Vielleicht geht es in der Zukunft nicht um den Gegensatz zwischen Mensch und Maschine. Vielleicht geht es vielmehr darum, zu lernen, wie man gemeinsam etwas schafft.
„Ich möchte zu einer sich entwickelnden Debatte beitragen, in der Maschinen nicht nur als Produktionsmittel, sondern als Partner im kreativen Prozess betrachtet werden, die sowohl die Methode als auch die Kunst des Schaffens beeinflussen können.“







Eine andere Art, Textilsysteme zu entwickeln
Der Sliver Fiber Printer erweitert nicht nur die kreativen Möglichkeiten.
Indem er die Farbentscheidungen in eine frühere Phase des Produktionsprozesses verlagert, gibt er unabhängigen Designern, Kunsthandwerkern und kleinen Ateliers mehr Spielraum für Experimente und unterstützt gleichzeitig die Kleinserienfertigung durch ein geschlossener Kreislauf-Färbeverfahren ohne Wasserabfall. Anstatt sich bei der Auswahl der verfügbaren Garne auf industrielle Prognosen zu verlassen, werden Designer zu Gestaltern ihrer eigenen Materialsprache.
Diese Philosophie wird durch KI MONO zum Leben erweckt, ein Strickkleidungsstück, das von den japanischen Kasuri- und Ikat-Traditionen inspiriert ist und bei dem algorithmische Farbreihen zu tragbaren Ausdrucksformen sowohl des kulturellen Erbes als auch des computergestützten Designs werden. Es zeigt, dass Innovation Tradition würdigen und gleichzeitig deren Möglichkeiten erweitern kann.
Besucher, die vom 14. bis 16. Juli 2026 den Bereich „Sustainable Innovation“ auf der Munich Fabric Start erkunden, werden ein Projekt entdecken, das eine trügerisch einfache Frage stellt – und dabei mehr als nur eine neue Textilmaschine vorfinden.
Sie werden einer neuen Denkweise über Urheberschaft begegnen. Denn vielleicht geht es bei der Zukunft der Textilinnovation nicht einfach nur darum, bessere Materialien herzustellen. Vielleicht geht es darum, den Designern die Freiheit zurückzugeben, diese von Anfang an selbst zu gestalten.
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MUNICH FABRIC START – Januar 26 Abschlussbericht
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Eine solide Messe. Eine optimistische Stimmung. So lässt sich das Ergebnis der MUNICH FABRIC START zusammenfassen. Nach drei Tagen ging die Münchner Textilmesse gestern, Donnerstag, mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer im Vergleich zur Vorveranstaltung stabilen Besucherfrequenz ab.
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RETRAKT – SUSTAINABLE INNOVATIONS
19. Januar 2026
Leistung wird in diesem Zusammenhang anhand der organisatorischen Resilienz gemessen. RETRAKT nutzt Resilienz-Engineering, um Mitarbeitern dabei zu helfen, komplexe und sich ändernde Anforderungen zu antizipieren, zu überwachen, darauf zu reagieren und daraus zu lernen.
Leather from the Sea - SUSTAINABLE INNOVATIONS
Seit Jahrzehnten dreht sich die Suche nach Alternativen zu Leder um eine Frage: Was kann Leder ersetzen?
Es gab bereits Myzel, Ananasblätter, Kakteen und sogar Apfelabfälle. Jedes neue Material verspricht, den ökologischen Fußabdruck der Modebranche zu verringern und gleichzeitig die Eigenschaften von traditionellem Leder nachzuahmen. Nun betritt die Designerin und Forscherin Indrė Mikuckė die Bühne und lädt uns ein, eine ganz andere Möglichkeit in Betracht zu ziehen.
Mit der Natur gestalten, nicht gegen sie
Im Rahmen ihres Forschungsprojekts „Leather from the Sea“ untersucht Indrė, wie Algen, natürliche Inhaltsstoffe und aus Algen gewonnene Bindemittel durch einen Prozess aus Mischen, Gießen und kontrollierter Trocknung in flexible Biomaterialien umgewandelt werden können. Die so entstehenden Oberflächen sollen Leder nicht perfekt imitieren.
Stattdessen zelebrieren sie die subtilen Unregelmäßigkeiten, Texturen und Farbnuancen, die während des Herstellungsprozesses auf natürliche Weise entstehen. Jedes Muster spiegelt die unvorhersehbare Schönheit der Materialien selbst wider und schafft Oberflächen, die sich sowohl vertraut als auch völlig neu anfühlen.
Anstatt die Natur zu zwingen, sich industriellen Erwartungen anzupassen, fragt das Projekt danach, was passiert, wenn Design mit natürlichen Prozessen zusammenwirkt. Es ist eine subtile Veränderung. Aber eine wichtige.
„Durch praktisches Experimentieren erkunde ich das Potenzial neuer Oberflächen und alternativer Lederformen, mit dem Ziel, das menschliche Leben wieder mit der Natur als einem miteinander verflochtenen Gefüge zu verbinden.“
Über den Materialersatz hinausblicken
Die Sache ist die: In der Modebranche wird Materialinnovation oft als Ersatzprozess betrachtet. Eine Faser ersetzen. Eine Beschichtung ersetzen. Ein Material durch ein anderes ersetzen. „Leather from the Sea“ stellt diese Denkweise jedoch in Frage.
Anstatt einfach nur nach einem direkten Ersatz zu suchen, erforscht Indrė eine völlig andere Beziehung zwischen Designern, Materialien und der Natur. Meeresressourcen werden zu mehr als nur Rohstoffen. Sie werden zu Partnern bei der Entwicklung zukünftiger Biomaterialien, die die Umweltbelastung minimieren und gleichzeitig neue kreative Möglichkeiten für Mode, Accessoires und Innenausstattung eröffnen.
Wie sie erklärt:
„Durch praktische Experimente erkunde ich das Potenzial neuer Oberflächen und alternativer Lederformen, mit dem Ziel, das menschliche Leben wieder mit der Natur als einem miteinander verbundenen Gefüge zu verbinden.“
Es ist eine Philosophie, die das Experimentieren mit Materialien in den Mittelpunkt des ökologischen Denkens stellt und zeigt, dass es bei Innovation ebenso sehr um die Veränderung unserer Beziehung zur Natur geht wie um die Veränderung von Materialien.
Materialien, über die noch diskutiert wird
Einer der überzeugendsten Aspekte von „Leather from the Sea“ ist, dass das Projekt nicht vorgibt, alle Antworten zu haben. Die Materialien befinden sich noch in der Entwicklung, und es wird kontinuierlich an ihrer Haltbarkeit, ihren zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten und ihrer Leistungsfähigkeit in den Bereichen Mode, Accessoires, Innenausstattung und experimentelles Design geforscht.
Darin liegt eine gewisse Ehrlichkeit.
Innovation wird oft als fertiges Produkt präsentiert – ordentlich verpackt und marktreif. Forschung funktioniert jedoch selten so. Sie ist iterativ, experimentell und entwickelt sich ständig weiter. Vielleicht sind Projekte wie „Leather from the Sea“ gerade deshalb so wichtig.
Besucher, die im Juli dieses Jahres den Bereich „Sustainable Innovation“ auf der Munich Fabric Start erkunden, werden nicht einfach nur eine weitere Lederalternative entdecken. Sie werden auf einen Designer treffen, der tiefgreifendere Fragen dazu stellt, wie Materialien konzipiert, entwickelt und bewertet werden. Denn die Zukunft der Mode hängt möglicherweise nicht allein davon ab, neue Ressourcen zu finden.
Sie hängt vielleicht davon ab, dass wir lernen, bewusster mit den Ressourcen umzugehen, die die Natur uns bereits zur Verfügung gestellt hat. Besuchen Sie unbedingt den Bereich „Sustainable Innovation“ auf der Munich Fabric Start, die vom 14. bis 16. Juli 2026 stattfindet.
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Eine solide Messe. Eine optimistische Stimmung. So lässt sich das Ergebnis der MUNICH FABRIC START zusammenfassen. Nach drei Tagen ging die Münchner Textilmesse gestern, Donnerstag, mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer im Vergleich zur Vorveranstaltung stabilen Besucherfrequenz ab.
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26. Januar 2026
Die Zukunft beginnt dort, wo wir sie neu erfinden. Das übergreifende Thema von PLEASURE steht für Mode als emotionalen Raum, als Ausdruck von Haltung und kultureller Reflexion.
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Maison du Flock - SUSTAINABLE INNOVATIONS
Es wird oft argumentiert, dass die Modebranche stets vom Neuen fasziniert ist: neue Fasern, neue Veredelungen, neue Technologien, die versprechen, die Branche zu revolutionieren. Es scheint jedoch, dass einige der spannendsten Innovationen gar nicht mit einer Erfindung beginnen, sondern damit, ein Handwerk wiederzuentdecken, das seit Jahrzehnten still und leise existiert, und zu fragen, was daraus werden könnte.
Vom 14. bis 16. Juli 2026 haben Besucher des „Sustainable Innovation“-Bereichs auf der Munich Fabric Start die Gelegenheit, genau das anhand der Arbeiten von Maison du Flock zu entdecken.
Das 2022 gegründete, in den Niederlanden ansässige Atelier hat sich auf experimentellen Flockdruck in limitierter Auflage für Luxusmarken und Haute Couture spezialisiert. In einer Zeit, in der die Modebranche nach neuen Wegen sucht, Handwerkskunst mit Innovation zu verbinden, zeigt Maison du Flock, dass eine etablierte Textiltechnik uns immer noch überraschen kann.
„Das Studio arbeitet mit den unterschiedlichsten Materialien – von zartem Tüll und Spitze bis hin zu Leder, Pailletten und anderen unkonventionellen Stoffen – und hat die Flocktechnik in eine zeitgemäße Designsprache verwandelt, die den Anforderungen der Luxusmode und der Haute Couture gerecht wird. Jedes Projekt stellt gängige Vorstellungen darüber in Frage, wo diese Technik eingesetzt werden kann und wie Textur sowohl die Handwerkskunst als auch das Geschichtenerzählen bereichern kann.“

Flock neu interpretiert für den Luxusbereich
Für viele ist Flock zwar ein vertrauter Begriff, wird aber selten gewürdigt. Bei diesem elektrostatischen Verfahren werden feine Fasern auf den Stoff aufgebracht, wodurch eine unverwechselbare, samtartige Oberfläche entsteht, die dem Stoff Fülle, Tiefe und Haptik verleiht. In der Vergangenheit wurde diese Technik oft mit dekorativen Anwendungen in Verbindung gebracht.
Maison du Flock sieht darin etwas ganz anderes.
Das Studio arbeitet mit den unterschiedlichsten Materialien – von zartem Tüll und Spitze bis hin zu Leder, Pailletten und anderen unkonventionellen Stoffen – und hat Flock in eine zeitgenössische Designsprache verwandelt, die den Ansprüchen der Luxusmode und der Haute Couture gerecht wird. Jedes Projekt hinterfragt gängige Vorstellungen darüber, wo diese Technik eingesetzt werden kann und wie Textur sowohl die Handwerkskunst als auch das Storytelling bereichern kann.
Wie die Gründer Eugène und Annika erklären:
„Es bringt das Beste in uns beiden zum Vorschein.“
Diese einfache Aussage fasst den Geist eines Ateliers zusammen, das von technischer Neugier und dem gemeinsamen Bestreben angetrieben wird, die Grenzen dessen, was mit Flock erreicht werden kann, kontinuierlich zu erweitern.
Innovation durch Handwerkskunst
In der Modebranche besteht die Tendenz, Innovation und Handwerkskunst so zu behandeln, als gehörten sie in getrennte Diskurse. Maison du Flock beweist still und leise das Gegenteil.
Das Studio arbeitet mit Luxusmodehäusern in den Niederlanden, Frankreich, Italien und Spanien zusammen und kooperiert gleichzeitig mit Fasernovatoren, Textil-Start-ups und Industriepartnern, um völlig neue Anwendungsmöglichkeiten für Flock zu erforschen. Hier ist Handwerkskunst nicht statisch. Sie entwickelt sich durch Forschung, Experimente und Zusammenarbeit ständig weiter.
Bei Innovation geht es schließlich selten darum, etwas aus dem Nichts zu erschaffen. Es geht vielmehr darum, unsere Sichtweise zu verändern.
Mit Blick auf eine stärker kreislauforientierte Zukunft
Diese Denkweise geht über die Ästhetik hinaus.
Im Rahmen des FLOCC-Projekts untersucht Maison du Flock, wie aus postindustriellen Textilabfällen natürliche Flockfasern hergestellt werden können. Durch die Umwandlung bestehender Abfallströme in hochwertige Oberflächenmaterialien zeigt das Projekt, dass Luxus und Nachhaltigkeit sich gegenseitig stärken können, anstatt miteinander zu konkurrieren.
Dies spiegelt auch einen umfassenderen Wandel wider, der sich derzeit in der gesamten Textilindustrie vollzieht. Die Zukunft wird nicht einfach durch bahnbrechende Materialien bestimmt werden. Sie wird von kreativen Partnerschaften geprägt sein, die etablierte Prozesse hinterfragen, bestehende Ressourcen neu überdenken und die Möglichkeiten traditioneller Handwerkskunst erweitern.
Besucher, die im Juli auf der Munich Fabric Start den Bereich „Sustainable Innovation“ erkunden, werden mehr als nur ein außergewöhnliches Druckatelier entdecken. Sie werden ein Unternehmen kennenlernen, das neu definiert, wie traditionelle Techniken zur Zukunft der Mode beitragen können. Denn manchmal ist die spannendste Innovation nicht die neueste Technologie. Manchmal besteht sie darin, ein übersehenes Handwerk mit völlig neuen Augen zu betrachten.
DAS KÖNNTE FÜR SIE AUCH INTERESSANT SEIN:
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„Durch praktisches Experimentieren erkunde ich das Potenzial neuer Oberflächen und alternativer Lederformen, mit dem Ziel, das menschliche Leben wieder mit der Natur als einem miteinander verflochtenen Gefüge zu verbinden.“
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MUNICH FABRIC START – Januar 26 Abschlussbericht
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Eine solide Messe. Eine optimistische Stimmung. So lässt sich das Ergebnis der MUNICH FABRIC START zusammenfassen. Nach drei Tagen ging die Münchner Textilmesse gestern, Donnerstag, mit den integrierten Show-in-Shows BLUEZONE, KEYHOUSE und THE SOURCE zu Ende. Die MUNICH FABRIC START schloss mit einer im Vergleich zur Vorveranstaltung stabilen Besucherfrequenz ab.
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21. Januar 2026
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KnitForm+ by Jeanne Mora – SUSTAINABLE INNOVATIONS
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Entscheidend ist, wie das Textil reagiert: wie es das Volumen reguliert, den Druck verteilt und von flachen in dreidimensionale Zustände übergeht. Die Transparenz des Prozesses ist in der Methodik selbst verankert.
RETRAKT – SUSTAINABLE INNOVATIONS
19. Januar 2026
Leistung wird in diesem Zusammenhang anhand der organisatorischen Resilienz gemessen. RETRAKT nutzt Resilienz-Engineering, um Mitarbeitern dabei zu helfen, komplexe und sich ändernde Anforderungen zu antizipieren, zu überwachen, darauf zu reagieren und daraus zu lernen.
KnitForm+ by Jeanne Mora - SUSTAINABLE INNOVATIONS
KnitForm+ ist kein neues Garnsystem und keine Oberflächeninnovation. Was es von anderen unterscheidet, ist die Verwendung von Strick als strukturelle Designmethode, bei der Form, Volumen und Stabilität direkt durch die textile Konstruktion erzeugt werden und nicht durch Rahmen, Polsterungen oder starre Stützen vorgegeben werden.
KnitForm+ wurde von der Designerin Jeanne Mora entwickelt und positioniert das Stricken als Konstruktionssprache. Die Architektur der Maschen, die Spannung und die maschinellen Einschränkungen werden zu den primären Formgebenden Faktoren. Anstatt diese Einschränkungen als technische Probleme zu betrachten, behandelt Mora sie als Designparameter, die das Verhalten aktiv beeinflussen. Das Ergebnis ist eine Reihe von gestrickten Strukturen, die sich durch ihre eigene Materiallogik falten, komprimieren, aufblasen und ausdehnen lassen.
Die Herkunft des Materials ist bewusst zweitrangig gegenüber der Struktur. KnitForm+ wird nicht als Faserinnovation präsentiert, sondern als ein System, mit dem das Verhalten von Strickwaren auf verschiedenen Materialbasen bearbeitet werden kann. Was zählt, ist, wie das Textil reagiert: wie es das Volumen reguliert, den Druck verteilt und von flachen zu dreidimensionalen Zuständen übergeht. Die Transparenz des Prozesses ist in der Methodik selbst verankert. Jede Form entsteht durch iterative Probenahme, strukturelle Tests und maschinelle Experimente und nicht durch dekorative Veredelung.
„Entscheidend ist, wie das Textil reagiert: wie es das Volumen reguliert, den Druck verteilt und von flachen in dreidimensionale Zustände übergeht. Die Transparenz des Prozesses ist in der Methodik selbst verankert.“

Skalierbarkeit wird durch Anpassungsfähigkeit erreicht. KnitForm+ ist derzeit ein Forschungs- und Design-Framework, keine Produktlinie. Seine Logik lässt sich auf Möbel, Innenausstattung und Raumgestaltung anwenden, erfordert jedoch die Zusammenarbeit mit industriellen Strickereien. Das Projekt ist daher grundsätzlich skalierbar, wurde jedoch bewusst nicht zu vorgefertigten Typologien vereinfacht.
Die Leistungsfähigkeit wird eher durch das Verhalten als durch Komfortansprüche definiert. Die gestrickten Strukturen zeichnen sich durch kontrollierte Flexibilität, Kompression und Verformbarkeit aus. Bei Stücken wie dem aufblasbaren Strickstuhl, der gemeinsam mit TextielLab in Tilburg entwickelt wurde, reguliert das Textil Volumen und Druck allein durch die Maschenkonstruktion. Der Kompromiss ist klar: Diese Systeme erfordern eine präzise Maschinensteuerung und ein tiefes Verständnis der Materialien, reduzieren aber im Gegenzug den Bedarf an sekundären Konstruktionsschichten.
Im breiteren Branchenkontext stellt KnitForm+ die Trennung zwischen Textildesign und Produktentwicklung in Frage. Es positioniert das Stricken als Werkzeug zur Lösung struktureller Probleme und nicht zur Gestaltung von Oberflächen. Für Möbeldesigner, Textilentwickler und Hersteller bedeutet dies eine Verlagerung von Textilien als Bezüge hin zu Textilien als Gerüsten.
KnitForm+ erhebt nicht den Anspruch, die Produktion zu optimieren oder Nachhaltigkeit durch Materialersatz zu erreichen. Sein Beitrag ist grundlegender. Es schlägt vor, dass Textilien aktive Konstruktionssysteme sein können, die in der Lage sind, Form, Verhalten und Funktion direkt zu gestalten.
Für Jeanne Mora misst sich Erfolg nicht an der Reproduzierbarkeit von Produkten, sondern daran, Stricken als strukturelle Design-Disziplin mit industrieller Relevanz zu etablieren. Bei KnitForm+ geht es weniger darum, wie Stricken aussieht, sondern vielmehr darum, was Stricken leisten kann.
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Leistung wird in diesem Zusammenhang anhand der organisatorischen Resilienz gemessen. RETRAKT nutzt Resilienz-Engineering, um Mitarbeitern dabei zu helfen, komplexe und sich ändernde Anforderungen zu antizipieren, zu überwachen, darauf zu reagieren und daraus zu lernen.
RETRAKT - SUSTAINABLE INNOVATIONS
RETRAKT ist kein neues Material, keine neue Faser und kein neues Gewebesystem. Was es von anderen unterscheidet, ist grundlegender: Es handelt sich um einen forschungsbasierten Transformationsrahmen, der Textil- und Bekleidungsunternehmen dabei helfen soll, die Anforderungen der Kreislaufwirtschaft in ihrem Tagesgeschäft umzusetzen. In einer Zeit, in der Kreislaufwirtschaft durch EU-Gesetze vorgeschrieben wird, konzentriert sich RETRAKT auf die Lücke, mit der die meisten Unternehmen zu kämpfen haben: die Umsetzung von Vorschriften in praktikable Prozesse in den Bereichen Design, Beschaffung, Produktion und Datenmanagement.
RETRAKT wurde im Rahmen des Forschungsprojekts „Resilient Transformation Management for the Circular Economy in the Textile Industry” entwickelt und betrachtet Kreislaufwirtschaft als eine soziotechnische Herausforderung und nicht als eine rein technische. Die zentrale Innovation besteht in der Kombination von Produktkonformitätsmanagement, Resilienz-Engineering und mitarbeiterzentriertem Prozessdesign, um Unternehmen dabei zu unterstützen, auf strukturierte und realistische Weise von einer linearen zu einer zirkulären Wertschöpfung überzugehen.
„Leistung wird in diesem Zusammenhang anhand der organisatorischen Resilienz gemessen. RETRAKT nutzt Resilienz-Engineering, um Mitarbeitern dabei zu helfen, komplexe und sich ändernde Anforderungen zu antizipieren, zu überwachen, darauf zu reagieren und daraus zu lernen.“
Anstatt Nachhaltigkeitsversprechen zu machen, geht RETRAKT von regulatorischen Fakten aus. Neue EU-Textilgesetze, einschließlich der Anforderungen im Zusammenhang mit der EU-Textilstrategie 2030, werden zirkuläres Design, Transparenz und Rückverfolgbarkeit gesetzlich verbindlich machen. RETRAKT analysiert diese Gesetze systematisch und übersetzt sie in konkrete Aufgaben für Unternehmen, von der Materialauswahl und Designentscheidungen bis hin zur Lieferantenkommunikation und Datendokumentation.
Compliance wird als Rückgrat der Kreislaufwirtschaft behandelt und nicht als nachträglicher Gedanke. Daher wird die Rückverfolgbarkeit innerhalb von RETRAKT eher durch Prozesstransparenz als durch Labels erreicht. Das Projekt entwickelt Methoden zur Dokumentation von Arbeitsabläufen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswegen innerhalb von Unternehmen, unterstützt durch eine geplante digitale Kooperationsplattform. Diese Plattform soll die Zusammenarbeit über internationale Wertschöpfungsketten hinweg unterstützen und Unternehmen auf zukünftige Anforderungen wie den digitalen Produktpass vorbereiten.
In Bezug auf die Skalierbarkeit ist RETRAKT kein Laborexperiment, sondern ein praxisorientiertes Forschungsprojekt, das von 2025 bis 2028 direkt in Partnerunternehmen aus der Textil- und Bekleidungsindustrie durchgeführt wird. Seine Skalierbarkeit liegt in seiner Übertragbarkeit: Die entwickelten Verfahren, Werkzeuge und Methoden sind so konzipiert, dass sie von anderen Unternehmen und langfristig möglicherweise auch von anderen Branchen, die einem ähnlichen regulatorischen Druck ausgesetzt sind, übernommen werden können.
Leistung wird in diesem Zusammenhang anhand der organisatorischen Resilienz gemessen. RETRAKT wendet Resilienz-Engineering an, um Mitarbeitern dabei zu helfen, komplexe und sich ändernde Anforderungen zu antizipieren, zu überwachen, darauf zu reagieren und daraus zu lernen. Dieser menschenzentrierte Ansatz erkennt an, dass Kreislaufwirtschaft nur dann funktionieren kann, wenn die Menschen in den Unternehmen in die Lage versetzt werden, mit Unsicherheit und Komplexität umzugehen, anstatt sich davon überwältigen zu lassen.
RETRAKT positioniert sich klar innerhalb des breiteren Wandels der Branche weg von freiwilliger Nachhaltigkeit hin zu verbindlicher Kreislaufkonformität. Es ist besonders relevant für Marken, Hersteller und Lieferanten, die erkennen, dass die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit nicht nur von besseren Materialien, sondern auch von besseren Systemen abhängt.
Erfolg bedeutet für RETRAKT nicht das Ergebnis eines einzelnen Produkts. Es ist die Schaffung eines wiederholbaren, widerstandsfähigen Modells für die Kreislaufumstellung, das Unternehmen realistisch nutzen können.
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MATERIA FUTURA - SUSTAINABLE INNOVATIONS
Materia Futura schlägt weder eine neue Kategorie von Biomaterialien noch ein fertiges kommerzielles Textil vor. Das Besondere an diesem Projekt ist seine designorientierte Untersuchung der emotionalen und ästhetischen Dimensionen biobasierter Materialien, ein Bereich, der in der Nachhaltigkeitsdebatte oft vernachlässigt wird. Materia Futura wurde von Alessia Pasquini und Beatriz Sandini gegründet und stellt eine direkte Frage: Warum wird von nachhaltigen Materialien immer noch erwartet, dass sie roh, gedeckt oder rein funktional aussehen?
Materia Futura wurde Anfang 2025 als Designforschungsprojekt ins Leben gerufen und untersucht, wie Biomaterialien durch Schimmer, Irisieren, Oberflächentiefe und visuelle Bewegung die Sinne ansprechen können. Anstatt diese Eigenschaften als oberflächlich zu betrachten, positioniert das Projekt sie als entscheidend für die menschliche Verbindung und die langfristige Akzeptanz von Materialien. Die ersten Ergebnisse wurden auf der Dutch Design Week 2025 im Rahmen der Ausstellung „Basic Instinct: Making–With“ präsentiert. Die erste Phase der Forschung wurde in Zusammenarbeit mit Paulina Martina, einer Digitaldesignerin, entwickelt, die an der Virtual-Reality-Komponente arbeitete. Ein Teil dieser ersten Phase konzentrierte sich darauf, eine Verbindung zwischen den physischen Materialien und der virtuellen Welt herzustellen. Weitere Informationen zu diesem Aspekt finden Sie auf der Website von Materia Futura.
„Nachhaltigkeit sollte nicht nur verantwortungsbewusst, sondern auch begehrenswert sein – sie sollte schimmern, leuchten und unsere Sinne ansprechen.“
Die Arbeit kombiniert Experimente mit biobasierten Materialien mit traditionellen Handwerkstechniken und nutzt praktische Verfahren, um über die typischerweise mit nachhaltigem Design verbundene Bildsprache hinauszugehen. Effekte wie Farbverschiebungen, Moiré-Muster und mehrschichtige Texturen werden nicht als Dekoration, sondern als inhärente Materialausdrucksformen untersucht, die von Naturphänomenen inspiriert sind. Während in früheren Phasen des Projekts die Verbindungen zwischen physischen Materialien und digitalen oder immersiven Umgebungen untersucht wurden, überprüfen die Designer derzeit, wie und ob diese Komponenten in zukünftigen Iterationen weitergeführt werden sollen.
Materia Futura befindet sich derzeit in einer Forschungs- und Erkundungsphase. Die entwickelten Materialien sind noch nicht für die sofortige industrielle Produktion oder die Integration in Kollektionen vorgesehen. Stattdessen fungiert das Projekt als Provokation und Testfeld für Designer, Materialentwickler und Marken, die daran interessiert sind, die Wahrnehmung, Kommunikation und Nachfrage von Nachhaltigkeit zu erweitern.
Im weiteren Materialkontext stellt Materia Futura die Annahme in Frage, dass verantwortungsbewusste Materialien visuell zurückhaltend sein müssen, um glaubwürdig zu sein. Sein Beitrag besteht darin, Nachhaltigkeit als etwas neu zu definieren, das sinnlich, ausdrucksstark und kulturell resonant sein kann, ohne dabei seine biologischen oder ethischen Grundlagen zu leugnen.
Für Pasquini und Sandini definiert sich Erfolg nicht durch ein einzelnes materielles Ergebnis, sondern durch die Schaffung von Raum für eine reichhaltigere, emotional intelligentere Zukunft für biobasiertes Design.
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THREADED PROTOCOLS - SUSTAINABLE INNOVATIONS
Threaded Protocols ist weder eine textile Innovation im kommerziellen Sinne noch ein digitales Werkzeug, das als Handwerk getarnt ist. Was die Arbeit auszeichnet, ist ihre materielle Untersuchung darüber, wie computergestützte Logik in der Textilpraxis ihren Ursprung findet und was verloren geht, wenn diese Logiken in undurchsichtige technologische Systeme abstrahiert werden.
Das von der Künstlerin und Forscherin Floor Berkhout entwickelte Projekt Threaded Protocols erforscht die strukturelle Beziehung zwischen Weben und Informatik. Beide beruhen auf binären Entscheidungen, Musterausführung und logischer Sequenzierung. Historisch gesehen war der Webstuhl der erste Computer. Threaded Protocols kehrt zu diesem Ursprung zurück und nutzt die Textilherstellung, um die physische, gestische Natur der Informatik offenzulegen, die zeitgenössische digitale Infrastrukturen weitgehend verborgen haben.
Berkhouts Praxis fungiert als kritische technische Praxis, die mit handwerklichen Methoden arbeitet, um zu verstehen, wie Protokolle materiell funktionieren. In Threaded Protocols wird jede Fadenkreuzung zu einer binären Operation: davor oder dahinter, Null oder Eins. Bedeutung entsteht langsam, durch Wiederholung und Aufmerksamkeit, statt durch Geschwindigkeit oder Optimierung. Diese Langsamkeit ist gewollt. Sie lehnt sich an Prinzipien des „Perma-Computing“ an, welche die Unvermeidbarkeit von schnellem, extraktivem technologischem Fortschritt und dessen Einfluss auf digitale Systeme sowie die Textilindustrie hinterfragen.
Das Projekt rückt zudem die geschlechtsspezifische Geschichte sowohl der Textilarbeit als auch der Informatik in den Vordergrund – von den Websälen des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Frauen, die Mitte des 20. Jahrhunderts als „Computer“ arbeiteten. Durch die Rückbettung der Informatik in die Hände versucht Threaded Protocols, die Handlungsfähigkeit (Agency) zurückzugewinnen, die durch Industrialisierung und Black-Box-Technologien entzogen wurde.








Threaded Protocols wird als prozessorientierte Forschung und interaktive Installation präsentiert, nicht als skalierbares Produkt oder materielle Lösung. Seine Relevanz liegt darin, wie es Technologie als etwas neu rahmt, das gemacht, berührt und durch menschliche Entscheidungen geformt wird, anstatt als ein abstraktes, neutrales System.
Für Designer, Technologen und Forscher bietet Threaded Protocols eine Erinnerung daran, dass Systeme, die präzise und objektiv erscheinen, immer politisch, immer konstruiert und immer auf materielle Entscheidungen zurückzuführen sind. In einer von Effizienz dominierten Landschaft beharrt Berkhouts Arbeit auf einem anderen Wert: dem Recht, Bedeutung langsam aufzubauen.
Der genaue Betrachter findet einen Bonus: Ihre Arbeit berührt auch Themen wie Emanzipation, Geschlechtergerechtigkeit und historische Manipulation…
Jeder Beitrag, den Sie für hilfreich halten, um einen eigenen Artikel über Ihr Projekt zu erstellen.
https://materialprotocols.site/presskit/
https://materialprotocols.site/research&¬es/
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MARIE VILAY - SUSTAINABLE INNOVATIONS
Marie Vilay does not present a new fabric or production technique. What distinguishes her work is a method of reading and translating textile knowledge across cultures, systems, and moments of transition. Her practice asks a question that sits at the edge of innovation: what happens to textile traditions, patterns, and objects when they move between geographies, power structures, and production logics?
„Für Designer, Forscher und Institutionen, die sich mit Fragen der Dekolonisierung, Migration und Verantwortung auseinandersetzen, bietet ihre Arbeit eine andere Art von Innovation: eine, die eher in Zuhören, Übersetzung und Fürsorge wurzelt als in Optimierung.“
In To Read a Pattern untersucht Vilay, wie laotische Webmuster fortbestehen können, wenn sie aus ihrem ursprünglichen kulturellen und sozialen Kontext gelöst und in eine europäische industrielle Produktion übertragen werden.
In Laos ist das Weben eine lebendige, sich entwickelnde Praxis, bei der Muster traditionell von der Mutter an die Tochter weitergegeben werden. Vilays Forschung verdeutlicht, wie Kolonialgeschichte und orientalistische Sichtweisen die Wahrnehmung dieser Muster im westlichen Kontext geprägt haben – oft werden sie dabei zu einem statischen Kulturerbe herabgestuft, anstatt als lebendiges Wissen begriffen zu werden.
Unter Verwendung von Mustern, die sie während ihrer Feldforschung in Laos gesammelt hat, und durch die Entwicklung neuer Interpretationen mittels industrieller Prozesse untersucht sie, ob Kontinuität ohne Extraktion oder Vereinfachung möglich ist. Diese Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem TextielLab und dem Textilmuseum in Tilburg.
Ihr zweites Projekt, A Bindle (in Transition), verlagert den Fokus von Produktionssystemen auf persönliche und kollektive Bewegung. Ein „Bindle“ (Bündel) ist ein einfaches Tuch, das verwendet wird, um lebensnotwendige Habseligkeiten auf Reisen zu tragen. Vilay interpretiert diese Form als einen Behälter für Fürsorge, Erinnerung und das, was zurückgelassen wurde. Indem sie abgebrochene Abschlussprojekte von Kommilitonen als Material verwendet, dokumentiert sie Geschichten von Aufbruch, Ungewissheit und Übergang und verbindet Objekte und Erzählungen durch eine universelle textile Geste.
Vilays Arbeit ist nicht für die unmittelbare kommerzielle Anwendung konzipiert. Ihre Relevanz liegt an anderer Stelle: in der Hinterfragung, wie Wert, Urheberschaft und Kontinuität in der Textilkultur zugeschrieben werden. Für Designer, Forscher und Institutionen, die sich mit Fragen der Dekolonisierung, Migration und Verantwortung auseinandersetzen, bietet ihre Arbeit eine andere Art von Innovation: eine, die eher in Zuhören, Übersetzung und Fürsorge wurzelt als in Optimierung.

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