RETRAKT ist kein neues Material, keine neue Faser und kein neues Gewebesystem. Was es von anderen unterscheidet, ist grundlegender: Es handelt sich um einen forschungsbasierten Transformationsrahmen, der Textil- und Bekleidungsunternehmen dabei helfen soll, die Anforderungen der Kreislaufwirtschaft in ihrem Tagesgeschäft umzusetzen. In einer Zeit, in der Kreislaufwirtschaft durch EU-Gesetze vorgeschrieben wird, konzentriert sich RETRAKT auf die Lücke, mit der die meisten Unternehmen zu kämpfen haben: die Umsetzung von Vorschriften in praktikable Prozesse in den Bereichen Design, Beschaffung, Produktion und Datenmanagement.
RETRAKT wurde im Rahmen des Forschungsprojekts „Resilient Transformation Management for the Circular Economy in the Textile Industry” entwickelt und betrachtet Kreislaufwirtschaft als eine soziotechnische Herausforderung und nicht als eine rein technische. Die zentrale Innovation besteht in der Kombination von Produktkonformitätsmanagement, Resilienz-Engineering und mitarbeiterzentriertem Prozessdesign, um Unternehmen dabei zu unterstützen, auf strukturierte und realistische Weise von einer linearen zu einer zirkulären Wertschöpfung überzugehen.
„Leistung wird in diesem Zusammenhang anhand der organisatorischen Resilienz gemessen. RETRAKT nutzt Resilienz-Engineering, um Mitarbeitern dabei zu helfen, komplexe und sich ändernde Anforderungen zu antizipieren, zu überwachen, darauf zu reagieren und daraus zu lernen.“
Anstatt Nachhaltigkeitsversprechen zu machen, geht RETRAKT von regulatorischen Fakten aus. Neue EU-Textilgesetze, einschließlich der Anforderungen im Zusammenhang mit der EU-Textilstrategie 2030, werden zirkuläres Design, Transparenz und Rückverfolgbarkeit gesetzlich verbindlich machen. RETRAKT analysiert diese Gesetze systematisch und übersetzt sie in konkrete Aufgaben für Unternehmen, von der Materialauswahl und Designentscheidungen bis hin zur Lieferantenkommunikation und Datendokumentation.
Compliance wird als Rückgrat der Kreislaufwirtschaft behandelt und nicht als nachträglicher Gedanke. Daher wird die Rückverfolgbarkeit innerhalb von RETRAKT eher durch Prozesstransparenz als durch Labels erreicht. Das Projekt entwickelt Methoden zur Dokumentation von Arbeitsabläufen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswegen innerhalb von Unternehmen, unterstützt durch eine geplante digitale Kooperationsplattform. Diese Plattform soll die Zusammenarbeit über internationale Wertschöpfungsketten hinweg unterstützen und Unternehmen auf zukünftige Anforderungen wie den digitalen Produktpass vorbereiten.
In Bezug auf die Skalierbarkeit ist RETRAKT kein Laborexperiment, sondern ein praxisorientiertes Forschungsprojekt, das von 2025 bis 2028 direkt in Partnerunternehmen aus der Textil- und Bekleidungsindustrie durchgeführt wird. Seine Skalierbarkeit liegt in seiner Übertragbarkeit: Die entwickelten Verfahren, Werkzeuge und Methoden sind so konzipiert, dass sie von anderen Unternehmen und langfristig möglicherweise auch von anderen Branchen, die einem ähnlichen regulatorischen Druck ausgesetzt sind, übernommen werden können.
Leistung wird in diesem Zusammenhang anhand der organisatorischen Resilienz gemessen. RETRAKT wendet Resilienz-Engineering an, um Mitarbeitern dabei zu helfen, komplexe und sich ändernde Anforderungen zu antizipieren, zu überwachen, darauf zu reagieren und daraus zu lernen. Dieser menschenzentrierte Ansatz erkennt an, dass Kreislaufwirtschaft nur dann funktionieren kann, wenn die Menschen in den Unternehmen in die Lage versetzt werden, mit Unsicherheit und Komplexität umzugehen, anstatt sich davon überwältigen zu lassen.
RETRAKT positioniert sich klar innerhalb des breiteren Wandels der Branche weg von freiwilliger Nachhaltigkeit hin zu verbindlicher Kreislaufkonformität. Es ist besonders relevant für Marken, Hersteller und Lieferanten, die erkennen, dass die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit nicht nur von besseren Materialien, sondern auch von besseren Systemen abhängt.
Erfolg bedeutet für RETRAKT nicht das Ergebnis eines einzelnen Produkts. Es ist die Schaffung eines wiederholbaren, widerstandsfähigen Modells für die Kreislaufumstellung, das Unternehmen realistisch nutzen können.
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