Keyhouse

Die materielle Revolution, wer führt sie an?

DIE MATERIELLE REVOLUTION, WER FÜHRT SIE AN

GASTBEITRAG VON MUCHANETA TEN NAPEL, GRÜNDERIN UND CHEFREDAKTEURIN VON FASHNERD

11. August 2022

In den letzten fünf Jahren hat die bahnbrechende Wissenschaft die Bekleidungsindustrie mit einem Experiment nach dem anderen verändert. Die Nachfrage nach neuen Stoffen ist groß, und einige der besten Kandidaten sind Nylons aus Rizinusbohnen, Leder aus Pilzen und synthetische Spinnenseide. Die neuen Materialien, die einige Fehler der Textilindustrie korrigieren sollen, haben die Aufmerksamkeit einiger der prominentesten Akteure in der Modeindustrie auf sich gezogen, und das ist eine hervorragende Sache.

Vorstellung des Cutting Edge Atelier

Mit dem Eintritt in ein neues Materialzeitalter gibt es einen Zustrom von Stoffalternativen, die erforscht und erkundet werden. Auch wenn im Moment noch alles ziemlich experimentell erscheint, folgen hier fünf Unternehmen, die viele von uns davon überzeugen, dass neue Materialien gegenüber traditionellen Materialien zur Norm werden.

Bildquelle:
Circular Systems

AlgiKnit 

Ist Biologie die Zukunft der Mode? Nun, AlgiKnit scheint das zu glauben. Das Unternehmen hat Biomaterialien entwickelt, die in der Zukunft der nachhaltigen Produktion eine wichtige Rolle spielen können.

AlgiKnit setzt sich mit den von der Modeindustrie verursachten Umweltschäden auseinander, indem es einen geschlossenen Produktlebenszyklus anstrebt, der der Schuh- und Bekleidungsindustrie nachhaltige biobasierte Textilalternativen bieten wird.

Das Startup-Unternehmen für Biomaterialien konzentriert sich darauf, das Bekleidungsökosystem mit schnell erneuerbaren biobasierten Textilien zu verändern. AlgiKnit hat einen Weg gefunden, Materialien zu verwenden, die einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck haben als herkömmliche Textilien. Eines dieser Materialien ist Kelp. Er gilt als einer der am schnellsten wachsenden Organismen der Erde – bis zu 10 Mal schneller als Bambus. „Kelp wird in Wasserfarmen in Küstengemeinden auf der ganzen Welt angebaut, oft von Fischern und Frauen, die damit in der fischereifreien Zeit ein Einkommen erzielen“, heißt es auf der Website.

Einer der Vorteile von Kelp ist laut Fashion United, dass er die Umwelt verbessert, indem er Nährstoffe aus der Landwirtschaft und der Kanalisation aufnimmt, die die Küstenlandschaft verändern können. Auf diese Weise werden Nährstoffe für die nächste Generation von Biomaterialien zurückgewonnen. Außerdem ist das Biopolymer von Algiknit vollständig anpassbar.

Bildquelle: Algiknit

Bildquelle: Algiknit

MyCoWorks

Das von Philip Ross, Sophia Wang und Eddie Pavlu gegründete kalifornische Start-up-Unternehmen MyCoWorks besteht aus einem Team kreativer Ingenieure, Designer und Wissenschaftler. Ihre unterschiedlichen Disziplinen haben eine schnell erneuerbare natürliche Ressource namens Mycelium hervorgebracht.

Laut Insider.com sind Myzelien fadenförmige Massen von Pilzen, die unterirdisch wachsen. Sie durchziehen fast jeden Quadratzentimeter der Erde, liefern Nährstoffe und ermöglichen es den Pflanzen, miteinander zu „kommunizieren“. MyCoWorks hat Pilze auf innovative Weise genutzt, um ein Textil zu schaffen, das sich wie Leder anfühlt. Über das pilzähnliche Material sagte Wang, es sei „eine neue Sache in der Welt“.

Was bringt das Mycelium also auf den Tisch? Nun, MyCoWorks hat Mycelium als Lösung vorgestellt, um das ressourcenintensive Produkt Leder zu ersetzen. Unter Rückgriff auf die besten Werkzeuge der Natur haben sie eine neue Art von Leder entwickelt, das sich aus Myzelien in einem kohlenstoffnegativen Prozess vermehren kann. Darüber hinaus ist ihr maßgeschneidertes Material nachhaltig, vielseitig und tierfrei. Dr. Amanda Parkes, Chief Technology and Research bei Manufacture NY, sagte über das neue Leder von MyCoWorks: „Ich glaube, dass wir mit der Biologie des Myzels alle Probleme der Welt lösen können.

Bildquelle: MyCoWorks

Bildquelle: MyCoWorks

Bildquelle: MyCoWorks

Desserto

Veganes Kaktusleder ist nichts Neues. Erstmals wurden wir im Jahr 2019 auf das Material aufmerksam. Wir berichteten darüber, wie die beiden Unternehmer Adrián López Velarde und Marte Cázarez ihr veganes Ledermaterial entwickelten und auf der Internationalen Ledermesse Lineapelle 2019 vorstellten.

Die aus Kaktus hergestellte Alternative zu tierischem Leder wurde als widerstandsfähiges veganes Kaktusleder angepriesen, das für die Mode-, Innenausstattungs- und Autoindustrie interessant sein könnte.

Das kostengünstige Material mit dem Namen Desserto wurde so konzipiert und entwickelt, dass es die strengsten Normen von der Luftfahrt- bis zur Modeindustrie erfüllt. Allerdings hat nicht jeder sein Lob gesungen. So haben Dr. Ashley Holding und Paula Lorenz das Desserto-Material als teilweise veganes Leder mit Kaktus geoutet; den Rest beschrieben sie in einem Artikel als „undefinierte Chemikalien“. Obwohl die Gründer mitgeteilt haben, dass die von ihnen verwendeten Chemikalien ungiftig sind, ist dies keine Wahrheit, die von Desserto so offen ausgesprochen wird. Stattdessen konzentrierte sich das mexikanische Startup auf die Tatsache, dass sein Material „PVC-frei“ sei und keine bestimmte Art von Plastik enthalte.

Bildquelle: Desserto

Bildquelle: Desserto

Bildquelle: Desserto

Agraloop

Bildquelle: Agraloop

Agraloop hat sich mit der Umwandlung von Ernteresten aus der Lebensmittel- und Medizinproduktion in skalierbare, hochwertige Modeprodukte aus Naturfasern befasst. Das Materialforschungsunternehmen veredelt Naturfasern aus Nutzpflanzen zu einer Faser in Textilqualität namens Agraloop™ BioFibreTM.

„Unsere zirkulären und regenerativen Technologien bieten systemische Lösungen für die Umwandlung von Abfällen in wertvolle Fasern, Garne und Stoffe für die Modeindustrie“, heißt es auf der Website.

Agraloop hat ein spezielles Nassverarbeitungsverfahren entwickelt, bei dem Zellulosefasern aus Stängeln und Blättern zu weichen Faserbündeln gereinigt werden, die dann zu Garnen gesponnen werden können. Agraloop verarbeitet Reste verschiedener Lebensmittel- und Medizinpflanzen, darunter Hanf/Flachs mit Ölsaat, CBD-Hanf, Bananen und Ananas.

Modern Meadow

Modern Meadow befindet sich an der Schnittstelle zwischen Leistung, skalierbarer Übernahme und Nachhaltigkeit. Das Unternehmen begann mit einer Forschungs- und Entwicklungsinitiative zur Entwicklung einer nachhaltigen Alternative zu Leder, die zu einer bahnbrechenden Entdeckung von Proteinen als funktionale Inhaltsstoffe führte.

Mit der Kraft von Design, Biologie und Technik brachte Modern Meadow 2017 seinen Materialprototyp ZOA auf den Markt. Mit der Fähigkeit, eine Reihe von Produkten in verschiedenen Branchen zu beeinflussen, erklärt Modern Meadow auf seiner Website: „Unsere Experimente und Erkundungen innerhalb von ZOA führten zur Entwicklung von Bio-Alloy™ und seiner Anwendung in einer breiten Palette von hochleistungsfähigen, abfallarmen, biologisch hergestellten Materialien sowie unseren einzigartigen Fähigkeiten zur Herstellung funktionaler, tierfreier Proteine.“

Modern Meadow skaliert durch Partnerschaften mit zukunftsorientierten Entwicklern, Herstellern und Marken und klärt die Industrie über die Möglichkeiten der Zukunft von Biomaterialien auf.

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Modern Meadow

Über die Autorin

Muchaneta, Gründerin und Chefredakteurin von FashNerd.com, arbeitet seit über 14 Jahren in der Modebranche. Derzeit ist sie eine der führenden Influencerinnen, die über die Verschmelzung von Mode mit Technologie und tragbarer Technologie spricht und schreibt.

Muchaneta ten Napel | editor@fashnerd.com

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Fortschritt und Innovation: Wer löst das $4.6 Milliarden-Dollar-Problem?

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Wer löst das $4,6 Milliarden-Dollar-Problem? 

 

Gastbeitrag von Muchaneta Ten Napel, Founding Editor-in-Chief FashNerd

20. Juli 2022

Denim ist ein allgegenwärtig und einer der weltweit am weitesten verbreiteten Stoffe unserer Zeit. Die Hersteller dieses vielfach verwendeten Materials haben sich zum Ziel gesetzt, die globale Bekleidungsindustrie in eine sauberere, ethischere und nachhaltigere Branche zu verwandeln.

Dass sich die Denim-Produktion negativ auf die Umwelt auswirkt, ist kein Geheimnis mehr.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass immer mehr Hersteller, Marken, Einzelhändler und Verbraucher große Anstrengungen unternehmen, um die mit der Denim-Produktion verbundenen Probleme in den Griff zu bekommen. Angetrieben von Schlagwörtern wie „Nachhaltigkeit“ und „Recycling“ wenden sich viele Denim-Unternehmen neuen Technologien zu, die ihnen helfen sollen, ein möglichst nachhaltiges System zu schaffen.

Wenn die Denim-Industrie nachhaltiger wird, brauchen wir einen neuen Ansatz. Das Positive daran: die Technologie ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass wir den ökologischen Fußabdruck von Denim erheblich verkleinern können. Hier stellen wir Ihnen Beispiele für einige der revolutionären Ansätze vor, die in den letzten Jahren in der Denim-Industrie eingeführt wurden.

Picture credit: Ecotextile News

Smart Factory 4.0: Das grünste Ökosystem für Denim 

Crescent Bahuman nimmt die Denim-Industrie mit auf eine Reise. Zaki Saleemi, Vizepräsident von Crescent Bahuman, ist sich der Notwendigkeit der Digitalisierung in der Branche bewusst und glaubt, dass dies unter anderem durch intelligente, datengestützte Entscheidungen erreicht werden kann.

Gegenüber Sourcing Journal erklärt Saleemi, wie die Smart Factory konzipiert ist: Manager vor Ort erhalten Echtzeitinformationen über die Aktivitäten in der Fertigung und andere wichtige nachhaltigkeitsbezogene Kennzahlen wie Wassermessungen. Das Upgrade ist ein Digitalisierungsplan, der einem Denim-Unternehmen helfen kann, „sich zu organisieren, sich zu vernetzen, Einblicke zu gewinnen und zu optimieren“.

Eine weitere spannende Entwicklung ist, dass Crescent Bahuman auch das Blockchain-fähige PaperTale implementiert. Dies zeigt die gesamte Karte der Lieferkette – woher die Baumwolle kam, wo sie hergestellt wurde und wo sie zu Stoff verarbeitet wurde.

Levi

Picture credit: Levi

Levi Strauss Educating Customers

Picture credit: Levi Strauss

Levi’s umweltbewusste Robotertechnologie

Die meisten Jeans werden stundenlang gewaschen, um vermeintlich die perfekte blaue Farbe zu erhalten. Das Ergebnis ist, dass die Farbstoffe am Ende das Grundwasser verschmutzen. In einer Zeit, die neue Innovationen in der Jeansindustrie hervor brachte, entwickelte Levi eine Lasertechnologie, die die Herstellung gerissener und gewaschener Jeans einfacher und effizienter machte. 

Levi’s will den Arbeitsaufwand verringern – für Designer, die nach der perfekten Färbung suchen und für Fabrikarbeiter, die die Jeans schmirgeln. Außerdem ist Levi’s fest entschlossen, die aggressiven Chemikalien zu reduzieren, die Jeans ihren begehrten ausgeblichenen Look verleihen.

Biodegradable stretch by Candiani

Picture credit: The Spin Off

Erforschung der Verwendung von alternativen Rohstoffen

Auf der Suche nach alternativen Rohstoffen wie Hanf oder Orangenzellstoff für die Textilproduktion haben sich Lenzing und der Denim-Hersteller Candiani zusammen getan, um die traditionellen Grenzen der Faserproduktion zu erweitern.
Mit ähnlichen Umweltzielen enthält Candiani’s biologisch abbaubarer Stretch-Denim, der aus Tencel Limited Edition Garnen hergestellt wird, 20% Hanffasern.
Auch hier hat der geschlossene Herstellungsprozess von Lenzing eine hervorragende Alternative zu vielen Klassikern geschaffen – eine neue, weiche Tencel Limited Edition Hanffaser.

G-Star Raw: Pionierarbeit für neue Produktionsmethoden

In Sachen Nachhaltigkeit lässt G-Star RAW nicht nur Taten sprechen, sondern beweist kontinuierliches Engagement, indem die Konventionen des Denim-Designs immer wieder in Frage gestellt werden.

Als Pionier neuer Produktionsmethoden und unter Beibehaltung eines kompromisslosen Engagements für Qualität und Stil hat G-Star vor einigen Jahren einen Schritt-für-Schritt-Prozess für die Entstehung der Elwood RFTPi Jeans entwickelt. Bei diesem Prozess, kam eine radikal neue Färbemethode zum Einsatz, die wasser- und salzfrei ist und erhielt den Namen Crystal Clear.

Die Formel, die damals als die radikalste Veränderung des Indigofärbeverfahrens galt, zeigte schon in ihren Anfängen das Potenzial, einen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können.

Fast Company

Picture credit: Fast Company

Science news for students

Picture credit: Science News for Students

Diese Innovation lässt die Denim Industry nachhaltiger werden

Durch die Kombination von Ökonomie und Ökologie hilft die Innovation von Sedo Engineering der Denim-Industrie, nachhaltiger zu werden. Die Schweizer Innovationsspezialisten haben smart-INDIGO entwickelt, um Denim-Marken dabei zu helfen, schnell zu einer nachhaltigen Produktionsstruktur mit mehr Vorteilen bei geringeren Kosten überzugehen. Anstelle von giftigen Chemikalien verwendet Sedo Engineering nur Strom und Natronlauge, um Indigofarbstoffe aufzulösen.

Durch die Abgabe von Sauerstoff anstelle von giftigen Abwässern reduziert smart-INDIGO den Wasserverbrauch um 70 Prozent, den Energieverbrauch um das Sechsfache und den Kohlendioxidausstoß um das Zehnfache. Die Innovation ist eine „Win-Win-Lösung für unsere Kunden“, sagt Werner Volkaert, Geschäftsführer von Sedo Engineering.

Mit derzeit 17 weltweit eingesetzten smart-INDIGO-Maschinen hofft Sedo Engineering, einen revolutionären Wandel in der Denim-Industrie herbeizuführen.

Über die Autorin

Muchaneta, Founding Editor-in-Chief von FashNerd.com, arbeitet seit über 14 Jahren in der Modebranche. Sie ist derzeit eine der führenden Influencerinnen, die über die Verschmelzung von Mode mit Technologie und tragbarer Technologie spricht und schreibt.

Muchaneta Ten Napel | editor@fashnerd.com

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Textil-Recycling, praktikable Lösung oder kurzfristiger Plan?

Das Kunststück des Recyclings von Textilien

Gastartikel von Muchaneta Kapfunde, Founding Editor-in-Chief FashNerd

30. Mai 2022

Mit der rasanten globalen Zunahme von Textilabfällen, die durch das Wachstum der Bekleidungs- und Textilindustrie und Fast Fashion bei den Verbraucher*innen verursacht wird, ist das Textilrecycling von größter Bedeutung geworden.

Das Problem ist, dass das Recycling von Textilien keine leichte Aufgabe ist.

Viele Faktoren müssen berücksichtigt werden. Das größte Hindernis für das Textilrecycling besteht darin, dass die Stoffe oft aus Misch-Materialien hergestellt werden und es nicht einfach ist, gemischte Materialien zu recyceln. Dies liegt vor allem daran, dass jedes Material isoliert werden muss, bevor es effektiv recycelt werden kann. Was ist also die Lösung für die Modebranche, um sich in Richtung Closed-Loop-Produktion zu bewegen?

Bild-Credit: Rolling Stone

Bild-Credit: Pollima

Bild-Credit: MDPI

Zukunftsweisende Entwicklungen – einfach erklärt

Nun, eine der zahlreichen bahnbrechenden Methoden wurde vom Hong Kong Research Institute of Textiles and Apparel (HKRITA) entwickelt. Eine Lösung, die es ermöglicht, Misch-Materialien ohne Qualitätsverlust zu neuen Stoffen und Garnen zu recyceln. Einem hydrothermalen (chemischen) Prozesses sei dank.

In Zusammenarbeit mit der H&M Foundation haben sie erfolgreich ein Verfahren entwickelt, das Baumwoll- und Polyestermischungen vollständig trennen und recyceln kann. Das zurückgewonnene Polyestermaterial kann direkt wiederverwendet werden, wodurch neue Vorteile des Recyclings ohne Qualitätsverlust geschaffen werden. Das hydrothermale Verfahren verwendet nur Wärme, Wasser und weniger als 5 % biologisch abbaubare umweltfreundliche Chemikalien, um Baumwoll- und Polyestermischungen zu trennen. Diese Faser-zu-Faser-Recyclingmethode ist kostengünstig und es gibt keine sekundäre Umweltverschmutzung, wodurch die Lebensdauer des recycelten Materials nachhaltig verlängert wird. Die Technologie ist umfassend lizenziert, um einen breiten Marktzugang und maximale Wirkung zu erreichen.

Bild-Credit: Sion Fraser University

Erik Bang, ehemaliger Innovationsleiter bei der H&M Foundation, teilte mit:

„Zu lange war die Modebranche nicht in der Lage, ihre Produkte ordnungsgemäß zu recyceln, da es für die beliebtesten Materialien wie Baumwoll- und Polyestermischungen keine wirtschaftlich tragfähige Trenn-, Sortier- und Recyclingtechnologie gibt. Diese sehr ermutigende Erkenntnis hat das Potenzial, dies zu ändern. Wir freuen uns sehr, diese Technologie zu entwickeln und über das Labor hinaus zu skalieren, was der globalen Umwelt, den Menschen und den Gemeinschaften zugute kommen wird.“

Dann gibt es noch das schwedische Unternehmen Södra, welches eine einzigartige Recyclinglösung mit Einflusspotenzial auf die gesamte Modeindustrie und Textilrecycling entwickelt hat.

Södra, eine bedeutende Forstgenossenschaft mit Sitz in Växjö, Schweden, hat eine einzigartige Lösung entwickelt, die ein large-scale Textilrecycling ermöglichen soll und dieses grundlegende Hindernis für die Textilindustrie beseitigt. Die zukunftsweisende Lösung ermöglicht es, Textilien in großem Umfang zu recyceln.

Södra nutzt seine Ressourcen und sein Know-how für eine innovative Textilrecyclinglösung und hat einen Weg gefunden, Fasern aus Mischgeweben in großem Umfang zu recyceln. Das Ziel: Kreisläufe in der Mode- und Textilindustrie ermöglichen.

Bild-Credit: Södra

„Södra hat aggressive Nachhaltigkeitsziele. Wir suchen daher Unternehmen mit hohen Nachhaltigkeitsambitionen, die bei der Lieferung von Textilien mit uns zusammenarbeiten möchten. Das wird unsere Start-up- und zukünftige Produktionskapazität bestimmen“, sagt Helena Claesson, Projektmanagerin Södra.

Johannes Bogren, Präsident von Södra Cell Bio-products, erläuterte den Prozess weiter und teilte mit: „Wir zeichnen jetzt die Zukunft der Mode- und Textilindustrie neu, indem wir Circular Flows von Textilfasern anbieten. Ein Pullover kann jetzt wieder zu einem Pullover werden – ein enormer Wert für unsere Kunden, insbesondere die Modebranche.“

Das Fashion for Good Full Circle Textiles Project wandte sich innovativen Recyclingtechnologien zu, um den Kreislauf von Textilabfällen zu schließen. Ziel des Projekts war es, das Potenzial zur Verringerung der Umweltauswirkungen von Textilabfällen zu untersuchen; Die Textil-zu-Textil-Recyclinglösung hat das Potenzial, die Abhängigkeit der Industrie von neuen Rohstoff-Materialien zu beseitigen.

Bild-Credit: Fashion for Good

Unterstützt von C&A sagt Martha Willis, Senior Manager of Sustainable Materials and Circular Innovation bei C&A: „Dieses Projekt wird uns allen helfen, die Hindernisse, Auswirkungen und Chancen beim chemischen Recycling von Polyester zu verstehen, und ist eine wichtige Grundlage für das Engagement von C&A, sich zu vernetzen Prinzipien der Zirkularität bis 2028 auf 7 von 10 unserer Produkte anzuwenden.“

Das Full Circle Textiles Project konzentriert sich auf die Untersuchung wirtschaftlich tragfähiger und skalierbarer Lösungen und hat sein objektives Ausmaß an disruptiven Innovationen in der Branche und der Fähigkeit des chemischen Recyclings zur Beschleunigung der Kreislaufwirtschaft erreicht.

„Die nächste Phase des Projekts konzentriert sich auf die Skalierung dieser Lösungen und ermutigt Marken, Innovatoren und Lieferkettenpartner, langfristige Partnerschaften aufzubauen, die Finanzierung zu katalysieren, um die Skalierung zu ermöglichen, und Branchenexpertise zu nutzen, um diese Technologien weiterzuentwickeln und zu implementieren“, sagt Fashion For Good.

Das von C&A unterstützte Projekt, das im September 2020 gestartet wurde, wurde erfolgreich durchgeführt. Lesen Sie hier die Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts.

Bild-Credit: Nord News

Bild-Credit: Eco Rebels

Bild-Credit: Nouryon

Zusammenfassung

—- Ist Textil-Recycling also eine praktikable Lösung oder ein kurzfristiger Plan?

Meiner Meinung nach sollte das Ziel darin bestehen, die Infrastruktur zu entwickeln, die für die Skalierung des Textilrecyclings erforderlich ist, und dazu müssen Modeunternehmen die Vorteile der technologischen Entwicklungen nutzen. Indem wir auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten, kommen wir einem nachhaltigeren Textilrecyclingprozess einen Schritt näher, mit dem Endziel, einen Beitrag zur Förderung einer Kreislaufwirtschaft zu leisten.

Über die Autorin

Muchaneta, Founding Editor-in-Chief von FashNerd.com, arbeitet seit über 14 Jahren in der Modebranche. Sie ist derzeit eine der führenden Influencerinnen, die über die Verschmelzung von Mode mit Technologie und tragbarer Technologie spricht und schreibt.

Muchaneta Kapfunde | editor@fashnerd.com

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Sustainable Innovations #6: Tragbare Muskeln by MotorSkins

MotorSkins' formverändernde soft-robotic Textilien

SUSTAINABLE INNOVATIONS Spring.Summer 23 #6

30. April 2022

Innovativ, intelligent, interaktiv: MotorSkins ist ein Startup mit Pionierstatus auf dem Gebiet formverändernder soft-robotic Textilien. Das Berliner Unternehmen stellt Kleidungsstücke her, die Muskeln bei der Bewegung unterstützen und kommt dabei ganz ohne Elektronik wie Batterien oder Motoren aus – was sie zum Vorreiter der Branche macht. Das erste produzierte Teil ist ein Kompressionskleidungsstück für die Beine.

Die Besonderheit: Durch das neuartige Design und das innovative Material werden die Textilien durch die Bewegung der Benutzer*innen stimuliert. Es entsteht ein Kreislauf: Wenn der Fuß des Benutzer*innen während eines Schritts gegen den Boden drückt, werden der Druck und das Volumen auf den aktiven Teil übertragen, der die Textilien mit Energie versorgt.

Als Schnittstelle zwischen Sport, Wellness und Gesundheit kreiert das Startup Produkte, die je nach Bedarf medizinisch, entspannend oder bewegungsunterstützend eingesetzt werden können. Aktuell arbeitet das junge, internationale Team von MotorSkins an Textilien, die an den Gelenken angebracht werden, um das Laufen zu erleichtern – entweder bei normalen Bewegungen oder auch bei Erkrankungen.

Inspiriert von der Natur, gemacht für Menschen.

„Die Technologie von MotorSkins kombiniert die Funktionalität von Soft-Robotics mit der Vielseitigkeit von Textilien. Wir stellen Anwendungen zur Verfügung, die die Interaktion von Menschen und Maschinen erforschen und voranbringen. Unsere Technologie kreiert Innovationen im Bereich von Materialien und Nachhaltigkeit, die smarte Elemente beinhalten, ohne auf Elektronik oder Batterien angewiesen zu sein.“

– Juan Opitz-Silva

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Mehr Infos über SUSTAINABLE INNOVATIONS finden Sie in diesem Interview mit Simon Angel, Kurator des Sustainable Innovations Forum, sowie in den folgenden Artikeln:

Interview über Pre-Creation, -Action und -Connection in unserer Branche >>

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Sustainable Innovations #5: The Healing Imprint

The Healing Imprint by Laura Deschl

SUSTAINABLE INNOVATIONS Spring.Summer 23 #5

22. April 2022

Emotionale Heilung durch Kleidung – dank der Symbiose von Wissenschaft und Textilien: The Healing Imprint erforscht das therapeutische Potenzial von gestrickten Kleidungsstücken. Bodysuits, Handschuhe, Socken und Kissenbezüge sind so gefertigt, dass sie bei Bewegung Akupressurpunkte an verschiedenen Körperstellen wie den Händen, Füßen und dem Kopf stimulieren. Die maßangefertigten Textilien haben Gitter, durch die kleine Massagekugeln bewegt werden können. So können die Akupressurpunkte gezielt erreicht werden.

Laura Deschl ist nicht nur die Designerin dieser besonderen Textilien, sondern hat auch einen Hintergrund als Yogalehrerin – ihr Wissen nutzte sie dazu, eine auf Yoga basierende Bewegungspraxis zu entwickeln, die mit Hilfe des eigenen Körpergewichts den Druck auf bestimmte Punkte des Körpers erhöht. Auch Traumata können laut Deschl mit dieser Methode aufgearbeitet werden. In Kombination mit einer trauma-sensitiven Yoga-Praxis werde die Kleidung so zu einem individuellen Werkzeug, mit dem auch tieferliegende Emotionen aus- und aufgelöst werden können. The Healing Imprint zeigt, wie die Bereiche Wissenschaft, Wirtschaft, Medizin, Psychologie und Textilherstellung interdisziplinär miteinander in Einklang gebracht werden können.

Healing Imprint
Healing Imprint

Gefühle zulassen und fühlen: Psychische Erkrankungen und Traumata sind in der Gesellschaft oftmals noch ein eher unsichtbares Thema. Ein großes Anliegen von Laura Deschl ist es deshalb, auf Themen rund um die psychische Gesundheit und die Spuren von Traumata auf dem Körper hinzuweisen und diese zu entstigmatisieren. Deschl möchte Patient*innen dabei helfen, ihr Körpergefühl zu schulen und sie auf diesem Weg wieder näher zu ihrem Körper zu bringen.

“Die Kleidung von The Healing Imprint hilft mit Akupressur dabei, auf tief verborgene Erinnerungen oder Emotionen zuzugreifen. Mit dazu abgestimmten trauma-sensitiven Yogapraxen wird darüber hinaus die Selbstreflexion erleichtert. Die bewegende Kriegsgeschichte der Vergangenheit hat oft zu schweren Traumata und hohen Belastungen unserer Gesellschaft durch alltägliche Nachkriegserinnerungen geführt. Diese Erinnerungen können im Langzeitgedächtnis gespeichert und sogar über Generationen weitergegeben werden. Deshalb sind emotionales Wohlbefinden und Heilung wichtige Aspekte von Nachhaltigkeit. Denn wenn Körper und Geist im Einklang miteinander sind, fällt es uns leichter, Entscheidungen zu treffen, die in Balance mit anderen Menschen und dem Planeten sind.”

– Laura Deschl

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Sustainable Innovations #4: Sunkolor by Panorama Fabrics

"Sunkolor" by Panorama Fabrics - Der textile UV Indikator

SUSTAINABLE INNOVATIONS Spring.Summer 23 #4

12. April 2022

Mit dem zunehmenden Klimawandel steigt auch die Menge der unsichtbaren UV-Strahlen der Sonne. Das Problem daran: Die jeweilige Stärke ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Die Folge: Sonnenbrand und Schäden in unserer Haut, die teilweise erst Jahre später auftreten. Umso wichtiger ist es, dieses wichtige Organ zu schützen.

Genau das gelingt mit Sunkolor. Das Material hilft dabei, die Sonneneinwirkung visuell wahrzunehmen und daraus resultierend eine gesunde Beziehung dazu zu etablieren. Die Technologie von Panorama Fabrics, dem Material Driven Design Studio aus Berlin, schafft es nämlich, UV-Strahlen sichtbar zu machen. Dafür werden in Deutschland hergestellte Sunkolor-Garne in Textilien verwoben.

Durch die Sonneneinstrahlung verwandelt sich die Farbe des Materials und zeigt dadurch den gefährlichen UV-Indexbereich an – so wird durch die Farbveränderung sofort deutlich, wenn es kritisch wird. Im ersten Schritt werden die Garne in Form von Labels an Wanderrucksäcken angebracht, langfristig sollen daraus eine Vielfalt an unterschiedlichen Outdoorprodukten hergestellt werden.

Das Ziel:

Neue Tools kreieren, die sich an die durch den Klimawandel veränderte Umwelt anpassen. 

Studio Panorama Fabrics möchte mit eigenen Produkten und wegweisenden Designs dazu beitragen, die mögliche Interaktion zwischen Textilien, Mensch und unserem Klima in den Fokus zu stellen. Geforscht wird an Innovationen, die mehr Menschen für die Auswirkungen des Klimawandels sensibilisieren und gleichzeitig im Umgang unterstützen sollen. Die beiden Gründerinnen Gabriela Kapfer und Karina Wirth verbindet die Faszination für verschiedene Materialien und die Leidenschaft an interdisziplinärer Zusammenarbeit – so gelingt es ihnen, gemeinsam etwas Neues, Progressives zu erschaffen.

“Sunkolor macht das Unsichtbare sichtbar, um Bewusstsein zu schaffen.”

– Gabriela Kapfer & Karina Wirth

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VIEW Premium Selection feiert Comeback

VIEW Premium Selection feiert Comeback: Physisch, allumfassend & international wie nie zuvor

6. April 2022

Wir freuen uns sehr, Sie vom 21. bis 22. Juni 2022 endlich wieder zu unserer VIEW Premium Selection ins Münchner MVG Museum einladen zu können. Denn unsere exklusive Preview Textilfachmesse kommt mit voller Power zurück – ausgebucht und so international wie noch nie!

Die VIEW Premium Selection steht seit jeher als Preview Textilfachmesse für neueste Entwicklungen, erste Farb- und Materialtendenzen und die Präsentation eines selektierten, hochwertigen Produktportfolios in einzigartig persönlicher und professioneller Atmosphäre. Diese Saison geht es jedoch um noch viel mehr, wie unser Managing Director Sebastian Klinder hervorhebt:

„Es ist nicht nur ein unglaubliches Gefühl für uns als Veranstalter, sondern auch ein wahnsinnig gutes Zeichen für die Branche: Unsere VIEW kommt mit voller Power zurück – ausgebucht und so international wie noch nie. Wir sind stolz, dass die führenden Agenturen, Textil- und Zutatenhersteller sowie Premium Weber gemeinsam mit uns den bekannten und geliebten VIEW Sommer-Spirit wieder aufleben lassen. Die Besucher*innen der europäischen Premium-Konfektion erwartet daher ein unvergleichlicher Mix aus Business-Plattform, Trend-Pool und physischem Wiedersehen mit langjährigen Partner-Unternehmen.“

– Sebastian Klinder, Managing Director MUNICH FABRIC START

Zum frühestmöglichen Termin werden rund 250 Kollektionen für Autumn.Winter 23/24 in den Bereichen FABRICS, ADDITIONALS, DESIGN STUDIOS sowie DENIM und SPORTSWEAR auf der VIEW präsentiert. Besonders hervorzuheben ist dabei die Internationalität der diesjährigen Aussteller, die neben Deutschland, Italien und der Türkei auch aus Frankreich, England, Griechenland, Spanien, Dänemark, Hong Kong, China und Japan kommen.

Die Liste namhafter Aussteller kann sich sehen lassen:

Vor Ort werden neben Bellandi, Dynamo, E. Miroglio, Lisa Spa, Manteco, Max Müller, Agentur Püttmann, Set und Tejidos Royo zahlreiche weitere Agenturen & Hersteller aus insgesamt 10 Ländern sein.

 

Erstmals auf der VIEW anzutreffen sind Vorstufen-Anbieter wie We Nordic, Knopf und Knopf, Le Studio Copenhagen, Thermore und Kipas.

„Wir als Manteco fühlen uns geehrt, erneut Teil der VIEW Premium Selection zu sein, wo wir unsere große Auswahl an hochwertigen Stoffen und Jerseys sowie wichtige Projekte wie unsere B2B- und B2C-Circular Economy Projekte präsentieren werden. Die Teilnahme an der Preview Messe bietet uns die großartige Gelegenheit, Informationen auszutauschen und Marken mit unseren neuen Entwicklungen zu inspirieren.“

– Marco Mantellassi, Manteco spa

„Wir stellen bereits seit mehreren Jahren auf der Munich Fabric Start aus und sind mit unserer Teilnahme und dem Ergebnis immer mehr als zufrieden. Bei der VIEW freuen wir uns nun darauf, unsere bestehenden und potenzielle neue Kund*innen in einem anderen Umfeld (wieder) zu treffen. Wir freuen uns auf die Gelegenheit, unsere Neuentwicklungen in einer privateren Atmosphäre mit weniger Zeitdruck präsentieren zu können. Und hoffen auch, neue Verbindungen und eventuell Kooperationen mit anderen Ausstellern starten zu können, die wir auf der Munich Fabric Start im Herbst 2022 weiterverfolgen werden.“

– Charlotte Bøgegren, We Nordic Label Studios LTD

Einen Überblick über die aktuelle Aussteller- und Kollektionsliste können Sie sich ab sofort in unserer VIEW Brand Search verschaffen und gerne auch einen Blick in die erste Version des VIEW Hallenplans werfen.

Show Details

VIEW Öffnungszeiten

Dienstag, 21/06/22:
9:30 – 18:30 Uhr

Mittwoch, 22/06/22
9:30 – 17:00 Uhr

VIEW Location

MVG Museum

Ständlerstraße 20

81549 München

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Sustainable Innovations #3: +17,4% - Offcuts Kollektion

"+17,4% - OFFCUTS" Kollektion by Seok Park / Studio POPOPO

SUSTAINABLE INNOVATIONS Spring.Summer 23 #3

29. März 2022

Überreste aus der Textilproduktion sinnvoll einsetzen – und zum Upgrade für die gleichen Kleidungsstücke nutzen?

Das geht: Während seiner Arbeit in der Bekleidungsindustrie sah der Produktdesigner Seok Park, welche Unmengen an Überresten entstehen – es inspirierte ihn dazu, diese sinnvoll zu nutzen. Mit seinem Studio Popopo aus Eindhoven hat er aus diesem Grund das Projekt OFFCUTS ins Leben gerufen. In der OFFCUT-Kollektion werden zusätzliche Teile für Kleidungsstücke aus Stoffresten hergestellt – Stoffreste, die bei der Produktion exakt dieser Kleidungsstücke anfallen und die bei Verwendung der Kleidung einen Mehrwert bieten. So ist das Ziel nicht nur, Reste wiederzuverwenden, sondern auch, diese zu einem anderen Produkt aufzuwerten und so in die produzierte Kleidung einzubinden.

Jedes Werk ist nach dem Prozentsatz benannt, der den Verschnitt bei der Herstellung von Kleidungsmustern angibt – 17,4% beispielsweise.

Re-use, re-value, re-connect

„Mit dem Projekt möchte ich auf das Potenzial von Stoffresten aufmerksam machen, indem ich deren eigene, einzigartige Geschichte aufzeige – jenseits von industriellen Nebenprodukten oder wiederverwendbaren Abfällen.“

– Seok Park

17,4: Das ist der Prozentsatz an Schnittüberschuss, der bei der Produktion von Chore Jackets (Deutsch: Hausarbeitsjacke), dem Klassiker der Arbeitsbekleidung, anfällt. Der funktionale Wert ist heute überholt – deshalb werden im Projekt +17,4% Reststücke aus 60 Chore Jackets verwendet, um daraus eine Kollektion praktischer Zusatzteile zu produzieren. Diese Accessoires bieten zusätzlichen Nutzen für bestimmte Gegebenheiten wie Witterungsbedingungen der verschiedenen Jahreszeiten und mehr.

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Mehr Infos über SUSTAINABLE INNOVATIONS finden Sie in diesem Interview mit Simon Angel, Kurator des Sustainable Innovations Forum, dem Projekt #1 ‚Biotic‘ und dem Projekt #2 ‚Offcuts‘:

Interview über Pre-Creation, -Action und -Connection in unserer Branche >>

Sustainable Innovations SS23 #1: Bakterien zum Tragen by Lionne van Deursen >>

Sustainable Innovations SS23 #2: Flower Matter by Irene Purasachit >>

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Sustainable Innovations #2: Flower Matter

"Flower Matter" by Irene Purasachit

SUSTAINABLE INNOVATIONS Spring.Summer 23 #2

8. März 2022

Ob für Zuhause, im Restaurant oder als Geschenk für die Liebsten – schöne Blumensträuße bereiten in vielen Lebenslagen eine Freude. Das Problem: Die für den gewerblichen Verkauf angepflanzten Blumen haben nur eine kurze Lebensdauer. Stehen sie erstmal in der Vase, sind sie nach wenigen Tagen welk und werden weggeworfen – bei ca. 40 Prozent der Blumen kommt es gar nicht erst zum Verkauf, sodass Blumenhändler*innen die Ware selbst entsorgen müssen. Die in Finnland lebende Designerin Irene Purasachit schenkt diesen Blumen ein zweites Leben – angetrieben von den Unmengen an Blumenabfällen, die auf den Märkten in ihrem Heimatland Thailand täglich entstehen.

Diese recycelt sie zu Stoff und Papier, aus denen sie nachhaltige Taschen, Geldbeutel oder Blumenpapier herstellt. Dadurch entstehen nicht nur neue, biologisch abbaubare und plastikfreie Produkte – auch tonnenweise Müll wird dabei eingespart.

Für ihr Projekt Flower Matter kreiert sie unter anderem „Flower Paper“, ein Papier das zu 100 Prozent aus Blumenstielen und -blättern besteht. Einzigartige Unikate: Das Papier variiert in Farbe und Struktur – je nach verwendeter Blumenart. Mit ihrem „Flaux“ Material – das Wort steht für Flower und Flexible Sheet – kreiert sie einen komplett natürlichen, Leder-ähnlichen Stoff, der dann zu Geldbeuteln und Taschen für ihre Kollektion verarbeitet wird.

Für Flaux nutzt sie hauptsächlich Rosen und Nelken. Die Farbpalette: natürliche, klassische Rottöne, zartes Rosa, kräftiges Orange und sanftes Gelb – für alle ist etwas dabei.

„Obwohl ich mich noch in einem sehr frühen Stadium der Materialentwicklung befinde, bin ich während meiner Reise mit Flower Matter oft mit dem Dilemma konfrontiert worden, was wirklich nachhaltig ist. Wie kann ich zum Beispiel ein völlig natürliches, biologisch abbaubares Material aus Blumenabfällen herstellen, das den hohen Erwartungen des Marktes an seine Eigenschaften (extrem haltbar, wasserfest usw.) gerecht wird? Letztendlich habe ich gelernt, dass es äußerst schwierig ist, alle Erwartungen zu erfüllen. Abgesehen von meiner Absicht, meine Blumenmaterialien so ökologisch wie möglich weiterzuentwickeln, möchte ich auch die Wahrnehmung des Marktes gegenüber innovativen Materialien hinterfragen. Ich glaube, dass wir auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Welt lernen müssen, neue Materialien auf eine andere Art und Weise zu verwenden und mit ihnen anders umzugehen, als mit denen, die mit hochindustrialisierten Prozessen hergestellt wurden, an die wir heute gewöhnt sind.”

– Irene Purasachit

www.irenepurasachit.com

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Bakterien zum Tragen

"Biotic" by Studio Lionne van Deursen aus Uden in den Niederlanden

SUSTAINABLE INNOVATIONS Spring.Summer 23 #1

22. Februar 2022

Man nehme Hefe, Bakterien und gesüßten grünen Tee – nach einem Fermentationsprozess wird daraus biologisch abbaubares, widerstandsfähiges und hochflexibles Material. Wie das funktioniert? Mikroben spinnen Nanofasern aus bakterieller Zellulose auf eine Oberfläche. Sobald diese Schicht getrocknet ist, wird sie zu einem festen Material, das sich in den Eigenschaften sehr ähnlich zu Leder verhält. Die Dicke des Stoffs kann während des Wachstumsprozesses leicht angepasst werden: Je nach Dauer des Wachstums wird er entweder instabiler und dünner oder fester und dicker. Abhängig von der Stärke entstehen im Material verschiedene Nuancen und unterschiedliche Transluzenzen. Mit diesen Materialeigenschaften gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten: Im nassen Zustand kann beispielsweise eine Textur aufgetragen werden, die auch vollständig getrocknet noch sichtbar bleibt. Auch die Farbe des Stoffs kann aufgrund der hohen Absorptionsfähigkeit leicht verändert werden. Ausprobieren zahlt sich deshalb aus. In Experimenten mit Pflanzenfarben und Farbstoffen aus Fruchtabfällen ist eine Stoffkollektion mit bunten Farben, unterschiedlicher Lichtdurchlässigkeit und abwechslungsreichen Mustern entstanden.

Lebende Organismen, die umweltschonende Materialien produzieren – dahinter steht das Projekt „Biotic“ des Studios Lionne van Deursen aus Uden in den Niederlanden für Materialforschung und Produktdesign, das 2019 von der gleichnamigen Designerin ins Leben gerufen wurde. Durch verschiedene Experimente generiert das Team Einblicke in die unglaubliche Vielfalt neuer und biobasierter Materialien. Die Vorteile sprechen für sich: Für die Produktion des Materials sind nur lokale Ressourcen erforderlich und fürs Färben werden ausschließlich pflanzliche Mittel verwendet. Daraus ergeben sich nicht nur nachhaltige Materialien, sondern allem voran auch ein nachhaltiger Produktionsprozess.

„Das Ziel des Projekts ist es, nachhaltige Produkte aus Materialien zu entwickeln, die der Umwelt nicht schaden. So können wir Möglichkeiten für biologisch produziertes Material aufzeigen – von lebenden Mikroorganismen erschaffen, biologisch abbaubar, stark und hochflexibel.“

– Lionne van Deursen

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