Obwohl Wolle Teil einer globalen Industrie geworden ist, landet ein Großteil der europäischen Wolle jedes Jahr im Müll – übersehen, unterschätzt und als Abfall abgetan. Beatriz Isca hingegen betrachtet Wolle aus einer anderen Perspektive. „Wool Matters“ ist eine kraftvolle Erinnerung daran, wie viel wir von etwas so scheinbar Einfachem wie Wolle lernen können.
„Wool Matters“ ist das Masterarbeit-Projekt der multidisziplinären Designerin Beatriz. „Es begann mit dem Glauben an die Kraft der Wolle, die komplexen Verbindungen zwischen Land, Tieren und Menschen sichtbar zu machen.“ Beatriz entdeckte die Fähigkeit der Wolle als universelle Sprache, die soziale, generationenübergreifende und kulturelle Barrieren überwindet und als Brücke dient, um unterschiedliche Leben und Geschichten zu verbinden. In ihrer Arbeit zu „Wool Matters“ verwendet sie eine post-humanistische Perspektive, um die symbiotischen Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und Land zu verstehen.
Im Bewusstsein für die menschlichen und nicht-menschlichen Akteure im Ökosystem der Wolle hat sie mit verschiedenen Akteuren der lokalen Woll-Landschaft zusammengearbeitet, um Chancen aufzuzeigen und Lücken zu schließen. Sie hebt den inneren Wert von Wolle hervor, in der Hoffnung, einen nachhaltigeren, respektvolleren Ansatz für Textilien zu fördern – einen Ansatz, der Menschen, Tiere und die Umwelt als miteinander verbundene Teile eines gemeinsamen Ökosystems betrachtet.
„Die Abwertung lokaler Wolle in Europa spiegelt die anthropozentrische Sichtweise und die nicht nachhaltigen Lebensweisen der modernen Gesellschaft wider, die die Feier des Kapitalismus auf Kosten ökologischer Zerstörung und sozialer Ausbeutung perpetuieren“, sagt sie. Jenseits traditioneller profitorientierter Industrien und mit Fokus auf lokale und handwerksbasierte Praktiken möchte Beatriz unsere Beziehung zur Wolle – und damit auch zur Natur – neu definieren.
Wenn es um gemeinschaftszentrierte nachhaltige Praktiken geht, plädiert Beatriz Isca für eine Rückkehr zu natürlichen Rhythmen – denen, die von den Jahreszeiten und dem bewussten Tempo des Handwerks geprägt sind. Sie ermutigt zu einer menschlicheren und ökologisch achtsameren Lebensweise. Ihre Mission geht über bloße Gespräche hinaus; es geht darum, eine Vision zu gestalten, die die Entscheidungsbefugnis zurück in die Hände lokaler Gemeinschaften legt. Indem sie Designer stärker in gesellschaftliche Rollen einbindet, möchte Beatriz Gemeinschaften dazu befähigen, die Strukturen, die unser Leben prägen, zu hinterfragen und neu zu gestalten.
„Die Abwertung lokaler Wolle in Europa spiegelt die anthropozentrische Sichtweise und die nicht nachhaltigen Lebensweisen der modernen Gesellschaft wider, die die Feier des Kapitalismus auf Kosten ökologischer Zerstörung und sozialer Ausbeutung perpetuieren.“
Als Forscherin und Kommunikatorin treibt Beatriz die Zusammenarbeit voran – nicht nur, um Bewusstsein zu schaffen, sondern auch, um greifbare Verbindungen zu fördern. Durch ihre handwerksbasierten Praktiken hebt sie den Wert lokaler Wolle hervor und ermutigt Bürger, aktiv teilzunehmen. Ihre Workshops und Kollaborationen sind nicht nur eine Möglichkeit, mit Wolle zu arbeiten, sondern laden die Teilnehmer dazu ein, zu fühlen, zu reflektieren und sich mit den weitreichenden Auswirkungen von Konsum und Produktion auseinanderzusetzen, die dieses alte Material mit sich bringt.
Wool Matters nach München zu bringen, bedeutet auch, lokale Kooperationen zu suchen. So wurden der Weber Lukas Gschnitzer und lokal bezogene Garne von Rauwerk Teil der Projektpräsentation, die den Wert lokaler Wolle aufzeigt. Rauwerk steht fest hinter dem Prinzip, mit Mutter Natur zu arbeiten und nicht gegen sie. Ihre Garne stammen von Merinoschafen aus der Region und werden in einer familiengeführten Spinnerei südlich von München hergestellt. Diese Partnerschaft verdeutlicht das Potenzial von gemeinschaftsorientierten, naturverbundenen Ansätzen, um nachhaltige Zukunftsperspektiven zu schaffen.
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