New Materials

STUDIO ALICE GIELEN - SUSTAINABLE INNOVATIONS

Was wäre, wenn Designer die Farbe festlegen könnten, noch bevor das Garn überhaupt existiert?

SUSTAINABLE INNOVATIONS

11. Juli 2026

Sowohl in der Mode- als auch in der Textilindustrie wird Kreativität oft hochgelobt. Doch viele der kreativen Entscheidungen in der Branche werden getroffen, lange bevor ein Designer überhaupt mit dem Entwerfen beginnt. Die Farbwahl ist eine davon. Die Sache ist die: Wenn ein Designer das Garn auswählt, hat bereits jemand anderes die verfügbaren Farben, Reihenfolgen und Kombinationen festgelegt. Es gibt zwar eine Auswahl, aber nur innerhalb bestimmter Grenzen.

Kreativität schon im Vorfeld fördern

Das Studio Alice Gielen hat mit dem „Sliver Fiber Printer“ eine der frühesten Phasen der Textilproduktion neu konzipiert. Anstatt das Garn erst nach dem Spinnen einzufärben, trägt das System die Farbe direkt auf die losen Fasern – das sogenannte „Sliver“ – auf, noch bevor das Spinnen stattfindet. So können Designer Farbfolgen, Farbverläufe, mathematische Muster oder sogar Morsecode direkt in das Material selbst einprogrammieren, noch bevor das Garn entsteht. Besser noch: Diese Sequenzen lassen sich in Echtzeit anpassen, wodurch die Farbentwicklung zu einem aktiven Dialog zwischen Designer, Maschine und Material wird. Die Technologie ist beeindruckend. Noch bedeutender ist jedoch die Verlagerung der kreativen Entscheidungshoheit.

Die Beziehung zwischen Mensch und Maschine neu überdenken

Viele von uns wissen, dass Automatisierung oft als etwas dargestellt wird, das menschliche Kreativität ersetzt. Das Studio Alice Gielen schlägt etwas ganz anderes vor.

Anstatt Maschinen als Werkzeuge zu betrachten, die lediglich Anweisungen ausführen, schafft der „Sliver Fiber Printer“ Raum für Zusammenarbeit. Programmierte Logik, Materialverhalten und menschliche Intuition beeinflussen sich während des gesamten Herstellungsprozesses gegenseitig, sodass unerwartete Ergebnisse Teil des Designs selbst werden können.

Alice erklärt: „Ich möchte zu einer wachsenden Debatte beitragen, die Maschinen nicht nur als Produktionswerkzeuge betrachtet, sondern als Partner im kreativen Prozess, die sowohl die Methode als auch die Kunst des Schaffens beeinflussen können.“

Diese Idee gewinnt zunehmend an Bedeutung, da künstliche Intelligenz und computergestütztes Design immer mehr Teil der kreativen Landschaft der Modebranche werden. Vielleicht geht es in der Zukunft nicht um den Gegensatz zwischen Mensch und Maschine. Vielleicht geht es vielmehr darum, zu lernen, wie man gemeinsam etwas schafft.

„Ich möchte zu einer sich entwickelnden Debatte beitragen, in der Maschinen nicht nur als Produktionsmittel, sondern als Partner im kreativen Prozess betrachtet werden, die sowohl die Methode als auch die Kunst des Schaffens beeinflussen können.“

Eine andere Art, Textilsysteme zu entwickeln

Der Sliver Fiber Printer erweitert nicht nur die kreativen Möglichkeiten.

Indem er die Farbentscheidungen in eine frühere Phase des Produktionsprozesses verlagert, gibt er unabhängigen Designern, Kunsthandwerkern und kleinen Ateliers mehr Spielraum für Experimente und unterstützt gleichzeitig die Kleinserienfertigung durch ein geschlossener Kreislauf-Färbeverfahren ohne Wasserabfall. Anstatt sich bei der Auswahl der verfügbaren Garne auf industrielle Prognosen zu verlassen, werden Designer zu Gestaltern ihrer eigenen Materialsprache.

Diese Philosophie wird durch KI MONO zum Leben erweckt, ein Strickkleidungsstück, das von den japanischen Kasuri- und Ikat-Traditionen inspiriert ist und bei dem algorithmische Farbreihen zu tragbaren Ausdrucksformen sowohl des kulturellen Erbes als auch des computergestützten Designs werden. Es zeigt, dass Innovation Tradition würdigen und gleichzeitig deren Möglichkeiten erweitern kann.

Besucher, die vom 14. bis 16. Juli 2026 den Bereich „Sustainable Innovation“ auf der Munich Fabric Start erkunden, werden ein Projekt entdecken, das eine trügerisch einfache Frage stellt – und dabei mehr als nur eine neue Textilmaschine vorfinden.

Sie werden einer neuen Denkweise über Urheberschaft begegnen. Denn vielleicht geht es bei der Zukunft der Textilinnovation nicht einfach nur darum, bessere Materialien herzustellen. Vielleicht geht es darum, den Designern die Freiheit zurückzugeben, diese von Anfang an selbst zu gestalten.

WEBSITELINKEDIN


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Cartoon - Fashion for courage, joie de vivre and self-realisation

WEAR YOUR OPTIMISM

The new CARTOON collection as a fashionable journey around the world

21. Januar 2026

Fashion can’t change the world – but it can lift our spirits in seconds and give us strength. This is precisely the idea behind Cartoon. With its new collection, the brand invites women to wear fashion as an expression of joie de vivre, individuality, and optimism. WEAR YOUR OPTIMISM is more than just a slogan – it’s an attitude.

Inspiration from around the world

The new collection is a fashionable bucket list of special places – each destination tells its own story and translates its character into fashion. Places inspire with their colors, vibes, and lifestyle. Cartoon picks up on precisely these impressions and transforms them into wearable looks with personality.

London & Cornwall kick off the journey with urban coolness: leopard prints meet color blocking, bold tones meet modern cuts.

The journey continues to Provence and Paris, where feminine lightness takes center stage. Delicate shades blend with bold highlights, stripes meet effortless Parisian elegance.

Summery prints and fresh colors dominate on the Amalfi Coast. Inspired by lemon groves and the incomparable dolce far niente feeling, looks are created that immediately evoke a holiday mood.

The stopover in Dubai brings sandy shades, airy fabrics, and clean lines. Comfort and elegance go hand in hand here—ideal for warm days.

Cape Town rounds off the collection: urban cool meets nature. Relaxed, modern silhouettes reflect a casual lifestyle and show how versatile the Cartoon collection is.

Embark on this fashionable journey and discover the new Cartoon collection at our store. Be inspired, mix and match to your heart’s content, and wear optimism – every day, for every occasion.

Discover the new collection
WEAR YOUR OPTIMISM.

The MUNICH FABRIC START team is delighted about the long-standing cooperation with CARTOON and would like to thank them once again for equipping our team with beautiful outfits!



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THREADED PROTOCOLS - SUSTAINABLE INNOVATIONS

THREADED PROTOCOLS:

Wenn Weben wieder zu Berechnung wird

Entdecken Sie diese innovativen Projekte auf dem Sustainable Innovations Forum im Keyhouse in Halle 2.

17. Januar 2026

Threaded Protocols ist weder eine textile Innovation im kommerziellen Sinne noch ein digitales Werkzeug, das als Handwerk getarnt ist. Was die Arbeit auszeichnet, ist ihre materielle Untersuchung darüber, wie computergestützte Logik in der Textilpraxis ihren Ursprung findet und was verloren geht, wenn diese Logiken in undurchsichtige technologische Systeme abstrahiert werden.

Das von der Künstlerin und Forscherin Floor Berkhout entwickelte Projekt Threaded Protocols erforscht die strukturelle Beziehung zwischen Weben und Informatik. Beide beruhen auf binären Entscheidungen, Musterausführung und logischer Sequenzierung. Historisch gesehen war der Webstuhl der erste Computer. Threaded Protocols kehrt zu diesem Ursprung zurück und nutzt die Textilherstellung, um die physische, gestische Natur der Informatik offenzulegen, die zeitgenössische digitale Infrastrukturen weitgehend verborgen haben.

Berkhouts Praxis fungiert als kritische technische Praxis, die mit handwerklichen Methoden arbeitet, um zu verstehen, wie Protokolle materiell funktionieren. In Threaded Protocols wird jede Fadenkreuzung zu einer binären Operation: davor oder dahinter, Null oder Eins. Bedeutung entsteht langsam, durch Wiederholung und Aufmerksamkeit, statt durch Geschwindigkeit oder Optimierung. Diese Langsamkeit ist gewollt. Sie lehnt sich an Prinzipien des „Perma-Computing“ an, welche die Unvermeidbarkeit von schnellem, extraktivem technologischem Fortschritt und dessen Einfluss auf digitale Systeme sowie die Textilindustrie hinterfragen.

Das Projekt rückt zudem die geschlechtsspezifische Geschichte sowohl der Textilarbeit als auch der Informatik in den Vordergrund – von den Websälen des 19. Jahrhunderts bis hin zu den Frauen, die Mitte des 20. Jahrhunderts als „Computer“ arbeiteten. Durch die Rückbettung der Informatik in die Hände versucht Threaded Protocols, die Handlungsfähigkeit (Agency) zurückzugewinnen, die durch Industrialisierung und Black-Box-Technologien entzogen wurde.

WEBSITEIG: floor.berkhout

Threaded Protocols wird als prozessorientierte Forschung und interaktive Installation präsentiert, nicht als skalierbares Produkt oder materielle Lösung. Seine Relevanz liegt darin, wie es Technologie als etwas neu rahmt, das gemacht, berührt und durch menschliche Entscheidungen geformt wird, anstatt als ein abstraktes, neutrales System.

Für Designer, Technologen und Forscher bietet Threaded Protocols eine Erinnerung daran, dass Systeme, die präzise und objektiv erscheinen, immer politisch, immer konstruiert und immer auf materielle Entscheidungen zurückzuführen sind. In einer von Effizienz dominierten Landschaft beharrt Berkhouts Arbeit auf einem anderen Wert: dem Recht, Bedeutung langsam aufzubauen.

Der genaue Betrachter findet einen Bonus: Ihre Arbeit berührt auch Themen wie Emanzipation, Geschlechtergerechtigkeit und historische Manipulation…

Jeder Beitrag, den Sie für hilfreich halten, um einen eigenen Artikel über Ihr Projekt zu erstellen.
https://materialprotocols.site/presskit/
https://materialprotocols.site/research&&notes/



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MARIE VILAY - SUSTAINABLE INNOVATIONS

MARIE VILAY: Lesen, Tragen und neu deuten von Textilwissen

SUSTAINABLE INNOVATIONS

16. Januar 2026

Marie Vilay does not present a new fabric or production technique. What distinguishes her work is a method of reading and translating textile knowledge across cultures, systems, and moments of transition. Her practice asks a question that sits at the edge of innovation: what happens to textile traditions, patterns, and objects when they move between geographies, power structures, and production logics?

„Für Designer, Forscher und Institutionen, die sich mit Fragen der Dekolonisierung, Migration und Verantwortung auseinandersetzen, bietet ihre Arbeit eine andere Art von Innovation: eine, die eher in Zuhören, Übersetzung und Fürsorge wurzelt als in Optimierung.“

In To Read a Pattern untersucht Vilay, wie laotische Webmuster fortbestehen können, wenn sie aus ihrem ursprünglichen kulturellen und sozialen Kontext gelöst und in eine europäische industrielle Produktion übertragen werden.

In Laos ist das Weben eine lebendige, sich entwickelnde Praxis, bei der Muster traditionell von der Mutter an die Tochter weitergegeben werden. Vilays Forschung verdeutlicht, wie Kolonialgeschichte und orientalistische Sichtweisen die Wahrnehmung dieser Muster im westlichen Kontext geprägt haben – oft werden sie dabei zu einem statischen Kulturerbe herabgestuft, anstatt als lebendiges Wissen begriffen zu werden.

Unter Verwendung von Mustern, die sie während ihrer Feldforschung in Laos gesammelt hat, und durch die Entwicklung neuer Interpretationen mittels industrieller Prozesse untersucht sie, ob Kontinuität ohne Extraktion oder Vereinfachung möglich ist. Diese Arbeit entstand in Zusammenarbeit mit dem TextielLab und dem Textilmuseum in Tilburg.

Ihr zweites Projekt, A Bindle (in Transition), verlagert den Fokus von Produktionssystemen auf persönliche und kollektive Bewegung. Ein „Bindle“ (Bündel) ist ein einfaches Tuch, das verwendet wird, um lebensnotwendige Habseligkeiten auf Reisen zu tragen. Vilay interpretiert diese Form als einen Behälter für Fürsorge, Erinnerung und das, was zurückgelassen wurde. Indem sie abgebrochene Abschlussprojekte von Kommilitonen als Material verwendet, dokumentiert sie Geschichten von Aufbruch, Ungewissheit und Übergang und verbindet Objekte und Erzählungen durch eine universelle textile Geste.

Vilays Arbeit ist nicht für die unmittelbare kommerzielle Anwendung konzipiert. Ihre Relevanz liegt an anderer Stelle: in der Hinterfragung, wie Wert, Urheberschaft und Kontinuität in der Textilkultur zugeschrieben werden. Für Designer, Forscher und Institutionen, die sich mit Fragen der Dekolonisierung, Migration und Verantwortung auseinandersetzen, bietet ihre Arbeit eine andere Art von Innovation: eine, die eher in Zuhören, Übersetzung und Fürsorge wurzelt als in Optimierung.

WEBSITEIG: marie_vilay

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Interview mit Simon Angel, Kurator der SUSTAINABLE INNOVATIONS

SUSTAINABLE INNOVATIONS 2026:

Interview mit Simon Angel, Kurator der SUSTAINABLE INNOVATIONS

Gastbeitrag von Muchaneta ten Napel

15. Januar 2026

Simon Angel kuratiert seit 2016 den Bereich SUSTAINABLE INNOVATIONS Forum im KEYHOUSE. Für die Ausgabe im Januar 2026 bringt Sustainable Innovations erneut Projekte zusammen, die die Zukunft von Textilien hinterfragen, provozieren und erweitern.

Simon, woran erkennst Du bei der Kuration der SUSTAINABLE INNOVATIONS, dass ein Projekt es wirklich wert ist, präsentiert zu werden – jenseits von Neuheit oder technischer Leistung?

Simon Angel: Für mich ist Neuheit an sich nie genug; ich blicke immer hinter die Kulissen, suche nach Geschichten, Paradoxien, Schmerz, Vergnügen und Sinn. Technische Leistung ist wichtig, aber sie ist nur ein Ausgangspunkt. Worauf ich achte, ist, ob ein Projekt eine ehrliche Frage darüber stellt, wie wir leben, produzieren und bewerten.
Ein Projekt wird dann präsentationswürdig, wenn es Verantwortung gegenüber Material, Kultur und Konsequenz zeigt. Diese Verantwortung kann viele Formen annehmen. In Marie Vilays Arbeit erscheint sie als Sorge um Wissen, Urheberschaft und Kontinuität. Bei Materia Futura zeigt sie sich in der Weigerung zu akzeptieren, dass Nachhaltigkeit karg oder emotional flach aussehen muss. In Threaded Protocols zeigt sie sich als eine stille, aber kraftvolle Neuuntersuchung dessen, wie Technologie selbst konstruiert ist.
Was sie verbindet, ist nicht Perfektion, sondern Absicht. Sie versuchen nicht, die Branche zu beeindrucken. Sie versuchen, sie zu verstehen und manchmal sanft zu stören; das „Muster“ der Branche neu zu definieren oder aufzubrechen. Genau darin sehe ich den wahren Wert von Sustainable Innovations.

Viele der von Dir ausgewählten Projekte sind keine marktreifen Produkte. Warum ist es Deiner Meinung nach für eine branchenorientierte Messe wichtig, Raum für unfertige oder explorative Arbeiten zu schaffen?

Simon Angel: Weil die Zukunft nicht fertig verpackt ankommt. Wenn wir nur zeigen, was marktreif ist, validieren wir immer nur das, was bereits in bestehende Systeme passt. Sustainable Innovations existiert gerade deshalb, um Raum für das zu schaffen, was noch nicht passt. Explorative Arbeit ermöglicht es uns zu sehen, wohin sich das Denken bewegt, bevor es durch kommerzielle Rahmenbedingungen eingeschränkt wird. Es ist daher eine Einladung zum Erforschen und zum Inspirieren. Projekte wie Materia Futura oder Threaded Protocols versuchen nicht, ein Produkt zu verkaufen. Sie bieten einen Wechsel der Wahrnehmung an. Sie ermöglichen es der Branche, sich auf einer konzeptionellen Ebene mit Material, Technologie und Verantwortung auseinanderzusetzen, bevor diese Ideen in Lieferketten und Preispunkten erstarren. Eine Branche, die nur auf fertige Lösungen schaut, läuft Gefahr, ihre Fähigkeit zu verlieren, sich bessere vorzustellen.

Wenn wir uns die diesjährigen Aussteller ansehen, was haben sie Deiner Meinung nach gemeinsam?

Simon Angel:Was sie teilen, ist ein tiefes Bewusstsein dafür, dass Textilien nicht neutral sind. Ob es Marie Vilay ist, die hinterfragt, wie textiles Wissen zwischen den Kulturen reist, oder Materia Futura, die das sensorische Verlangen bei biobasierten Materialien zurückfordert – jedes Projekt versteht Textilien als Träger von Geschichte, Macht, Emotion und Entscheidung. Sie sind nicht an Materialien als reinen Oberflächen interessiert. Sie interessieren sich für Materialien als Bedeutungssysteme. Und wichtig ist, dass keines von ihnen Nachhaltigkeit als eine technische Checkliste behandelt. Sie behandeln sie als eine kulturelle Verantwortung. Textilien mit Schichten aus unterschiedlichem Verständnis, Funktionen und Bewusstsein.

Viele Innovationen scheitern am Punkt der Skalierung. Welche Verantwortung haben Kuratoren und Plattformen, falls vorhanden, um diese Lücke zu schließen?

Simon Angel: Wir können die Skalierung für Innovatoren nicht lösen, aber wir können verändern, wie Skalierung verstanden wird.
Zu oft wird Skalierung als das einzige Maß für Erfolg dargestellt. Aber einige Projekte sind nicht dazu gedacht, im herkömmlichen Sinne zu skalieren. Ihr Wert liegt darin, wie sie das Denken, die Bildung oder zukünftige Prozesse beeinflussen. Als Kuratoren ist es unsere Verantwortung, Kontext zu liefern. Explorative Arbeit mit Akteuren der Industrie zu verbinden, die diese Ideen verantwortungsvoll interpretieren, anpassen oder weiterführen können. Um zu verhindern, dass Innovationen nur als Trendmaterial konsumiert werden. Skalierung sollte ein Gespräch sein, ein Fragezeichen vielleicht, aber keine Forderung.

Welche Annahmen über Textilien oder Mode muss die Branche Deiner Meinung nach in dieser Saison am dringendsten „verlernen“?

Simon Angel:Dass Nachhaltigkeit bescheiden, technisch oder zurückhaltend aussehen muss. Dass Innovation schnell sein muss. Dass Materialien von der Kultur getrennt sind. Dass Effizienz immer gleich Fortschritt ist. Die präsentierten Projekte sollen uns daran erinnern, dass Begehren nicht der Feind der Nachhaltigkeit ist. Die Industrie muss die Vorstellung verlernen, dass Verantwortung eine Einschränkung ist. Sie ist in der Tat eine kreative Kraft.

Wenn die gesamte Branche nur eine Lektion aus der diesjährigen SUSTAINABLE INNOVATIONS mitnehmen würde, welche sollte das Deiner Meinung nach sein?

Simon Angel: Bei dieser Innovation geht es nicht nur darum, was wir herstellen, sondern auch darum, wie wir Bedeutung schaffen. Sustainable Innovations ist kein Showroom für Antworten. Es ist eine Einladung, anders zu denken. Langsamer zu werden. Aufmerksamer zu sein. Fragen zu stellen. Material wieder mit Absicht zu verbinden. Wenn die Branche mit einem neuen Verantwortungsbewusstsein gegenüber Material und Vorstellungskraft nach Hause geht, dann hat die Plattform ihre Aufgabe erfüllt.


Über die Autorin

Muchaneta ist Gründungschefredakteurin von Shape Innovate und seit über 14 Jahren in der Modebranche tätig. Derzeit ist sie eine der führenden Influencerinnen, die sich in Vorträgen und Artikeln mit der Verschmelzung von Mode und Technologie sowie mit tragbarer Technologie befasst.

Muchaneta ten Napel | m@shapeinnovate.com


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Materialien als Wegbereiter des Wandels mit Simon Angel

SUSTAINABLE INNOVATIONS 2025: Materialien als Wegbereiter des Wandels

Interview mit Simon Angel - Gastartikel von Muchaneta ten Napel

1. September 2025

Simon Angel ist Kurator des SUSTAINABLE INNOVATIONS Forums auf der Munich Fabric Start und gilt als zentrale Stimme, wenn es darum geht, textile und modische Innovationen zu fördern und Veränderung zu gestalten. Seine Rolle ist weniger die eines Gatekeepers, sondern mehr die eines Geschichtenerzählers und Vermittlers, der Experimente, Wissenschaft und industrielle Praxis zu einer übergreifenden Vision für die Zukunft der Textilien verbindet. 

Er ist jemand, der mit unermüdlicher Leidenschaft experimentelles Design, wissenschaftliche Erkenntnisse und industrielle Praxis miteinander verwebt, um eine weitreichende Vision davon zu entwerfen, wie die Zukunft der Textilien aussehen könnte. Saison für Saison wird das Forum so zu einem Ort der Begegnung: Es versammelt Projekte, die herausfordern, inspirieren und den Funken für kühne Ideen entzünden – und eröffnet damit immer wieder neue Perspektiven auf das Material der Zukunft. Auch dieses Jahr reicht das Spektrum von Bio-Luxus-Couture über energieerzeugende Textilien bis hin zu regenerativen Materialien, die in Feuchtgebieten wachsen. 

Hier schildert Simon Angel seinen kuratorischen Ansatz, was die von ihm vorgestellten Visionär:innen verbindet und welche Lehren die gesamte Branche daraus ziehen sollte. 

Was leitet Ihre Auswahl für das Sustainable Innovations Forum auf der Munich Fabric Start? 

Simon Angel: Ich folge, wie ich es nenne, dem Herzschlag unserer gemeinsamen Zukunft. Mich ziehen Ideen an, die hinterfragen, wie wir leben, wie wir produzieren und was uns wirklich wichtig ist. Deshalb sind Projekte wie „Wetlands Matters“ dabei, das fragt, ob eine Jacke aktiv zur Wiederherstellung von Landschaften beitragen kann, oder „MYC_couture“, das zeigt, dass Couture mit Pilzen kultiviert statt mit synthetischen Materialien gefertigt werden kann. Innovation entsteht häufig an den Schnittstellen von Mode, Materialwissenschaft, Landwirtschaft und Energie. Entscheidend ist, dass jedes Projekt einen neuen Weg aufzeigt, wie Design, Ökologie und Sinnhaftigkeit miteinander verbunden werden können.

Living matters

Biotexfuture – BioCushion

Wetlands Matters

Was verbindet die in dieser Saison vorgestellten Projekte? 

Simon Angel: Zwei Dinge: Poesie und Zweck. Wir brauchen Kreative, die Emotionen wecken können – wie Plantfur, das Rohrkolben-Abfall in pelzähnliche, zugleich haptische und ökologische Paneele verwandelt. Gleichzeitig benötigen wir auch analytische Problemlöser, die skalierbare Lösungen liefern – wie die Initiative BIOTEXFUTURE, die an biobasiertem Polyester und recycelbaren Abstandstextilien arbeitet. Wenn diese beiden Elemente zusammenkommen, sind die Projekte mehr als bloße Ausstellungsstücke; sie werden zu Signalen dafür, wie die Branche in zehn oder zwanzig Jahren aussehen könnte.

Nehmen Sie in dieser Saison Trends wahr, die sich bei den eingereichten Projekten abzeichnen? 

Simon Angel: Was ich beobachte, ist eine Suche nach sinnvollen Verbindungen – zwischen Menschen, aber auch zwischen Materialien und ihrer Bestimmung. Heliotexzum Beispiel spendet nicht nur Schatten, sondern verwandelt Textilien in erneuerbare Infrastruktur und versorgt so unseren Lebensraum mit Energie. Living Matterdefiniert Luxus neu, nicht als Überfluss, sondern als Verantwortung. Diese Projekte stellen die Frage: Warum schätzen wir, was wir schätzen, und wie können Textilien dazu beitragen, unser Leben neu zu gestalten? Dieser Antrieb nach Verbindung könnte die nächste Grenze für Innovationen sein.

Heliotex

MYC_Couture

Plantfur

Was kann die Branche vom Sustainable Innovations Forum lernen? 

Simon Angel:Das Forum ist nicht darauf ausgerichtet, fertige Antworten zu liefern, sondern einen Dialog zu eröffnen. Designer bringen einzigartige Sichtweisen auf menschliche Bedürfnisse und das Potenzial von Materialien ein, während die Industrie das Know-how und die Reichweite hat, damit Veränderungen wirklich umgesetzt werden können. Wenn Projekte wie Wetlands Matters oder Plantfurdirekt neben einem industriellen Forschungsprogramm wie BIOTEXFUTURE präsentiert werden, zeigt das, wie sich spekulatives Design und angewandte Wissenschaft gegenseitig stärken können. Genau so gelangen wir vom bloßen Staunen ins konkrete Handeln.

Mit Blick auf die Zukunft – wie sehen Sie die gemeinsame Entwicklung von Nachhaltigkeit und Textilien? 

Simon Angel:Je intensiver ich mich damit beschäftige, desto mehr läuft alles auf eine gemeinsam getragene Verantwortung im gesamten System hinaus. Für mich zeigen die Projekte bei den Sustainable Innovations, dass aus Bewusstsein gemeinsames Handeln entstehen kann. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Branche diesen Enthusiasmus nutzt, um echte Erneuerung voranzutreiben – und nicht nur Gespräche darüber zu führen.


Über die Autorin

Muchaneta, Gründerin und Chefredakteurin von Shape Innovate, arbeitet seit über 14 Jahren in der Modebranche. Derzeit ist sie eine der führenden Influencerinnen, die über die Verschmelzung von Mode mit Technologie und tragbarer Technologie spricht und schreibt.

Muchaneta ten Napel | m@shapeinnovate.com


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HERBST.WINTER 26/27 FABRIC HIGHLIGHTS & MATERIALNEUHEITEN – TEIL X

FABRIC HIGHLIGHTS & MATERIALNEUHEITEN FÜR HERBST.WINTER 26/27 – TEIL X

Mitwill Textiles Europe

31. August 2025

Auf der kommenden MUNICH FABRIC START präsentieren rund 500 internationale Anbieter im Bereich FABRICS ihre Materialinnovationen für alle Bekleidungssegmente. Hier wird das komplette Produktportfolio an modischen Web- und Strickstoffen aus Wolle, Baumwolle, Seide, Mischgeweben und Funktionsfasern vorgestellt. Für die Saison Herbst/Winter 26/27 präsentieren wir in unseren FABRICS-Blogbeiträgen einige Neuheiten und Highlights internationaler Hersteller:

S2G XR bringt die Textilbranche in eine neue Dimension – live auf der Munich Fabric Start

Im Herzen der Munich Fabric Start ein textiles Erlebnis der besonderen Art. Zum allerersten Mal in Deutschland präsentiert S2G XR (Style 2 Garment eXtended Reality) eine Live-Demonstration seines 3D-Textilkonfigurators am Stand A4.20 (Mitwill). Kein Teaser. Kein Werbevideo. Eine echte, testbare Demo. Und ein sehr konkreter Vorgeschmack auf das, was künftig zum neuen Standard für das Textil-Sourcing in Europa wird.

Der 3D-Konfigurator: Innovation auf Knopfdruck
Am Mitwill-Stand übernehmen Sie die Kontrolle: Wenden Sie Ihre eigenen Drucke live auf 3D-Kleidungsstücke an, sehen Sie das Ergebnis sofort in 360° und konfigurieren Sie ein vollständiges Produkt – ganz ohne technische Vorkenntnisse.

Mit nur wenigen Klicks erleben Sie eine schnellere, flüssigere und visuellere Art der Materialbeschaffung, die auf die tatsächlichen Herausforderungen der Branche zugeschnitten ist. Und das Beste: Sie sind völlig autonom. Kein Vorführer. Kein Tutorial. Sie testen, gestalten und entscheiden selbst. Ihre Kollektion, Ihre Vision, Ihr Tempo.

Was sich für die Branche ändert
Diese Innovation ist keine Spielerei. Sie greift ganz reale Herausforderungen auf: verkürzte Entwicklungszeiten, weniger aufwendige Kommunikation, reduzierte Umweltbelastung durch Prototypen und höhere Präzision.

Digitales Textil-Sourcing, wie es von S2G XR gedacht ist, wird so zum Wettbewerbsvorteil für Marken – und zu einem neuen Raum für Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

In einem Markt, in dem Geschwindigkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz zur Norm werden, bietet diese Plattform eine neue Art des Arbeitens – ohne Kompromisse bei der Qualität.

S2G XR: Eine B2B-Plattform, in Europa geboren – für Profis der Textilbranche entwickelt
S2G XR wurde im Rahmen des Eurostars-Programms entwickelt und ist das Ergebnis einer einzigartigen Allianz dreier sich ergänzender Akteure: Mitwill Textiles Europe für textile Expertise und Produktentwicklung, SkalUP für digitale Innovation und 3D-Showroom-Technologie, JAGGS für Markenstrategie und Marktverständnis

Diese Zusammenarbeit verfolgt eine ambitionierte Vision: Europäischen Textilherstellern moderne Tools an die Hand geben und gleichzeitig aufstrebenden Marken mehr Autonomie und Sichtbarkeit ermöglichen.

Besuchen Sie Mitwill in München und erleben Sie die Zukunft live.
Zwei Tage lang lädt S2G XR alle Fachbesucher ein, die Plattform selbst am Stand A4|20  auszuprobieren.

Treffen Sie das Team und erleben Sie die Zukunft des Textils – live und ungefiltert.

MITWILL TEXTILES

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BLUEZONE NEWS FÜR SEPTEMBER 2025 - TEIL VI

BLUEZONE NEWS

HIGHLIGHTS & NEUHEITEN AUS DEN DENIM MILLS IN MÜNCHEN

DNM DENIM

31. August 2025

Auf der BLUEZONE werden rund 50 internationale Denim- und Sportswear-Anbieter ihre neuesten Denim-Neuheiten und Innovationen präsentieren. Die Halle 2 wird wieder zum blauen Hotspot. Parallel zur MUNICH FABRIC START mit THE SOURCE und KEYHOUSE, wird das Zenith-Areal zum Dreh- und Angelpunkt der internationalen Denim-Community mit einem rundum relevanten Veranstaltungsprogramm.


FLOW | FREEDOM

Bei DNM Denim setzt sich die Reise fort. Inspiriert von den Zyklen der Natur und geleitet von der Flow-Theorie bewegt sich das Unternehmen vom Challenge über den Focus nun zur Freedom – der Phase, in der Potenzial zur Kraft wird.

Die AW 26-27 Kollektion hebt Denim auf ein neues Level von Komfort und Stil. Mit satten Farben, einzigartigen Strukturen und durchdachten Konstruktionen ermöglicht sie es, persönliche Ausdrucksformen frei umzusetzen. Jedes Stück spiegelt die Trends der Saison wider, ohne die individuelle Handschrift des Designs aus den Augen zu verlieren.

Der Respekt vor der Natur bleibt dabei zentral. Durch den Einsatz von Solarenergie und Kraft-Wärme-Kopplung reduziert DNM Denim CO₂-Emissionen, während Life Cycle Assessments (LCA-Studien) eine transparente Überwachung der Umweltwirkung sicherstellen. Zudem wird sämtliches Wasser recycelt, um Ressourcen zu schonen und Abfälle zu minimieren.

Mit einer gestärkten Produktionskapazität beweist das Unternehmen, dass es Planet und Menschen gleichermaßen ehrt – und gleichzeitig Denim präsentiert, der Freiheit, Komfort und Nachhaltigkeit feiert.

Die Geschichte, die mit Challenge begann, über Focus führte und nun mit Freedom ihren Höhepunkt erreicht, ist kein Abschluss – sondern ein neuer Anfang. Der Flow geht weiter.

„Bei DNM Denim setzt sich die Reise fort. Inspiriert von den Zyklen der Natur und geleitet von der Flow-Theorie bewegt sich das Unternehmen vom Challenge über den Focus nun zur Freedom – der Phase, in der Potenzial zur Kraft wird.“

Besuchen Sie DNM DENIM an ihrem Stand in H2 | B 07 und entdecken Sie ihre neuesten Innovationen.

DNM DENIM

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Additionals Trends Herbst.Winter 26/27 – Teil 8

ADDITIONALS NEWS – TEIL VIII

30. August 2025

Die neuesten Entwicklungen für Knöpfe, Bänder, Dekosteine, Verschlüsse, Futterstoffe, Spitzen, Stickereien, Einlagen sowie Labeling- und Branding-Lösungen werden von rund 150 führenden internationalen Zutaten- und Accessoire-Lieferanten in der ADDITIONALS Area at MUNICH FABRIC START.Entdecken Sie die Neuheiten von WE NORDIC LABEL STUDIOS hier in unseren ADDITIONALS-Blogbeiträgen:


WE NORDIC LABEL STUDIOS

We Nordic Label Studios ist ein kreativer Anbieter innovativer Branding-Produkte und spezialisiert auf zertifizierte, hochwertige Artikel für Fashion- und Lifestyle-Marken.

Verankert in nordischer Ästhetik und Handwerkskunst entwickelt das Unternehmen bewusste, designorientierte Lösungen, die jedes Detail des Produkterlebnisses auf ein neues Level heben.

We Nordic Label Studios – Neue Kollektion: Design & Qualität für High Performance
Die neueste Kollektion von Labels, Hangtags und Verpackungen wurde speziell für Sport-, Performance- und Outdoor-Marken entwickelt, die in jedem Detail mehr verlangen.

Durch die Verbindung von technischer Expertise, feiner Handwerkskunst und innovativen Materialien ist diese Kollektion geschaffen, um selbst den härtesten Bedingungen standzuhalten – und gleichzeitig ein Premium-Marken­erlebnis zu bieten.

Zu den Highlights zählen robuste, funktionale Elemente aus recyceltem Silikon sowie Papier-Hangtags mit Papierkordel für einfaches Recycling. Diese taktilen und flexiblen Lösungen eignen sich ideal für Kleidung, die sich bewegt, Leistung bringt und häufig gewaschen wird.

We Nordic Label Studios – Neue Kollektion: Soft Function & Movement
Diese neue Serie von Labels, Hangtags und Verpackungen richtet sich speziell an Yoga- und Athleisure-Marken, die Wert auf Komfort, Stil und bewusstes Leben legen.

Die Kollektion verkörpert Weichheit, Schlichtheit und fließende Bewegung – von Soft-Touch-Labels und dehnbaren Materialien, die sich mit dem Körper bewegen, bis hin zu einer beruhigenden Farbpalette aus Pastelltönen und organischen, natürlichen Fasern.

Jedes Detail wurde mit Blick auf die Werte moderner, Wellness-orientierter Marken gestaltet – darunter Silikon-ummantelte Kordeln für ein sanftes, hochwertiges Finish, recycelte Silikon-Elemente mit Soft-Touch-Oberfläche und natürliche, umweltfreundliche Materialien, die nachhaltige Markengeschichten unterstützen.

 

Zertifizierungen, denen Marken vertrauen können
We Nordic Label Studios verwendet Materialien, die nach hohen ökologischen und ethischen Standards zertifiziert sind:

  • GRS – Bestätigt Recyclinganteil und verantwortungsvolle Produktion.
  • GOTS – Gewährleistet den Einsatz von Biofasern und nachhaltige Herstellung.
  • FSC – Stellt sicher, dass Papier aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt.
  • OEKO-TEX 100 – Zertifiziert, dass Produkte frei von schädlichen Substanzen sind und sicher für Verbraucher.

Hongkong – H1 | B 02

WE NORDIC LABEL STUDIOS

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BIOTEXFUTURE: How to Make Textiles from Fossils

BIOTEXFUTURE: How to Make Textiles from Fossils

30. August 2025

Einer der größten Widersprüche der Modebranche ist, dass sie auf fossilen Rohstoffen basiert. Polyester, Nylon und Acryl machen den Großteil der weltweit verwendeten Fasern aus – das bedeutet, die meisten Kleidungsstücke entstehen ursprünglich aus Erdöl. adidas und die RWTH Aachen University führen das deutsche Projekt BIOTEXFUTURE an, das genau diese Abhängigkeit überwinden will.

Das Programm ist ein Zusammenschluss von Unternehmen und Universitäten, die gemeinsam nach skalierbaren, biobasierten Alternativen suchen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Im Rahmen des SUSTAINABLE INNOVATIONS Forums auf der Munich Fabric Start werden drei Hauptprojekte vorgestellt

  • CircWool: Ein Verfahren, bei dem mithilfe eines Lösungsmittels Wollfasern wiederhergestellt werden, ohne dass die Qualität darunter leidet.
  • BioPETex: Ein biobasierter Polyester, der genauso leistungsfähig ist wie herkömmliches PET.
  • BioCushion: Ein recycelbares Abstandstextil, das in Schuhen und Kleidung eingesetzt werden kann und sowohl robust als auch vollständig kreislauffähig ist

Diese Projekte sind nicht als einmalige Versuche gedacht, sondern sollen in der Praxis tatsächlich anwendbar sein. Ihre Präsentation im Forum verbindet experimentelle Designideen mit einer langen Tradition angewandter Wissenschaft. Das zeigt, dass sowohl Kreativität als auch eine solide Infrastruktur notwendig sind, um den Wandel hin zu nachhaltigen Textilien zu schaffen.

BioCushion

BioPEtex

BioPEtex

BioPEtex

CircWool

„BIOTEXFUTURE verfolgt die richtige Vision, um die textile Wertschöpfungskette grundlegend zu verändern“
adidas Future Team.

Die Botschaft für Mode und Textilien ist eindeutig: Greenwashing kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiterhin vom Erdöl abhängig sind. Es braucht einen grundlegenden Wandel in der Herstellung, und biobasierte Fasern spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die gute Nachricht ist: Die Technologie ist bereits vorhanden, neue Partnerschaften entstehen, und das Interesse an nachhaltigen Lösungen wächst stetig.

Die Petrochemie hat die Textilindustrie in den letzten 100 Jahren geprägt. Doch Projekte wie BIOTEXFUTURE zeigen, dass eine neue Ära anbricht, in der Leistung, Stil und Skalierbarkeit nicht mehr an Erdöl gekoppelt sind, sondern an erneuerbare Innovationen.

CircWool

CircWool

CircWool

Besuchen Sie BIOTEXFUTURE H2 | SI

BIOTEXFUTURE


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